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Softwaremarkt

Geschäfte in China explodieren

Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Einer Gartner-Studie zufolge wird der chinesische Softwaremarkt bis 2013 jährlich mit zweistelligen Wachstumsraten zulegen. Das ist das höchste Plus weltweit.

Softwarehersteller können in den kommenden Jahren auf gute Geschäfte im Reich der Mitte hoffen. Einer Prognose von Gartner zufolge soll der chinesische Softwaremarkt in den Jahren von 2008 bis 2013 mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 14,6 Prozent pro Jahr zulegen. Für das laufende Jahr gehen die Marktforscher von einem Plus in Höhe von 14,8 Prozent aus. Gartner schätzt das Volumen des chinesischen Softwaremarkts 2010 auf rund sechs Milliarden Dollar. Damit ist China der größte Markt in der Region Asien/Pazifik und kommt dort auf einen Anteil von 27 Prozent. Bis 2013 soll dieser Anteil auf 30 Prozent steigen. Dann würden die Softwarehersteller im Reich der Mitte etwa genauso viel Software verkaufen wie in den USA.

Die wichtigsten Branchen, die derzeit verstärkt in ihre Softwareinfrastruktur investieren, sind aus Gartner-Sicht das produzierende Gewerbe, der Finanz- und Kommunikationssektor sowie die öffentliche Hand. Die Analysten schätzen, dass rund 60 Prozent der chinesischen Software in diesen Bereichen umgesetzt wird. Die Unternehmen würden vor allem Anwendungen für das Enterprise Resource Planning (ERP), Office-Suiten, Betriebssysteme und Datenbank-Applikationen einkaufen, so die Prognose. Das am schnellsten wachsende Segment mit einer durchschnittlichen Zuwachsrate von 32,4 Prozent in den kommenden Jahren dürften Gartner zufolge Tools für Datenintegration und Datenqualität sein. Allerdings ist das Gesamtvolumen dieses Bereichs derzeit noch verhältnismäßig gering.

Individualentwicklungen stoßen an Grenzen

Chinesische Unternehmen hätten Nachholbedarf in Sachen Software, erläutert Gartner-Analyst Hai Hong Swinehart die Hintergründe. Traditionellerweise hätten die meisten Firmen in der Vergangenheit Software aus Kostengründen im Land selbst entwickelt beziehungsweise entwickeln lassen. Mit diesen Individualentwicklungen stießen die Unternehmen jedoch gerade im Zuge der zunehmenden Globalisierung der eigenen Geschäfte mittlerweile an Grenzen. In den kommenden Jahren werde es daher vor allem darum gehen, diese Individualsysteme durch Standardsoftware zu ersetzen, glaubt Swinehart.