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Gerüchte: Hat Sun Interesse an Cray?

01.07.2004

Shahin Khan, der seit Februar 2003 die High-Performance Computing Group von Sun Microsystems leitete, hat das Unternehmen verlassen. Dies bestätigte Chief Operating Officer Jonathan Schwartz auf der Entwicklerkonferenz Java One in San Francisco. Ein Nachfolger für Khan ist noch nicht benannt. Der Manager kam 1996 zu Sun, als die McNealy-Firma die Sparc-basierenden "Cray-6400"-Systeme von Cray kaufte - diese wurden umbenannt in "Ultra Enterprise 10.000" und in der Dotcom-Ära zu Tausenden verkauft. Auch der Chefdesigner dieser Maschinen, Clark Masters, wechselte zu Sun und leitete jahrelang dessen Enterprise-Server-Sparte. Er wechselt nun in den Vertrieb für die Öffentliche Hand.

Unter anderem diese Personalien beleben laut "Computerwire" erneut das immer wieder durch die Branche geisternde Gerücht, Sun habe Interesse an einer Übernahme von Cray. Sun und seine Manager haben eine lange Historie im HPC-Bereich, und beide Firmen passen eigentlich gut zusammen. Beispielsweise setzen beide verstärkt auf den "Opteron"-Prozessor von AMD (Cray schon deutlich früher als Sun). Cray hat interessante Technik im Portfolio und in letzter Zeit wichtige Abschlüsse mit der US-Regierung und insbesondere dem Militär unter Dach und Fach gebracht.

Und bei einer Marktkapitalisierung von rund 550 Millionen Dollar könnte sich Sun, das gerade zwei Milliarden Dollar von Microsoft erhalten hat, den Supercomputeranbieter auch bei einem Premium-Preis um die 650 Millionen Dollar durchaus leisten (Cray setzte 2003 237 Millionen Dollar um und machte 21 Millionen Dollar Gewinn). Unterm Strich könnte sich der Zukauf allemal lohnen - Cray ist 45 Mal kleiner als Sun, hat aber im vergangenen Jahr trotzdem mehr Profit gemacht. Und unter Führung von Clark Masters könnte Suns Vertriebsmannschaft durchaus noch mehr Cray-Numbercruncher an die Öffentliche Hand absetzen. (tc)