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Gerücht: AOL plant VoIP-Service für alle

15.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - AOL hat Gerüchten zufolge eine Voice-over-IP-Lösung (VoiP) entwickelt, die keine Mitgliedschaft bei dem Online-Dienst voraussetzt. Der Internet-Anbieter werde den neuen Service auf der VON-Industry-Konferenz in Massachusetts kommende Woche präsentieren.

AOL hat die Meldung bislang weder bestätigt noch dementiert. Branchenexperten sind sich aber sicher, dass es sich nicht nur um Gerüchte handelt. "AOL ist eines der wenigen Unternehmen, die in diesem Markt eine Marke darstellen", meint etwa Jon Arnold, Principal Analyst bei Arnold & Associates. Der Online-Anbieter könne es sich nicht erlauben, in Sachen VoIP auf der Stelle zu treten. Angesichts des derzeitigen Hypes um das Thema wachse auch von Seiten der Wall Street der Druck auf AOL, im VoIP-Geschäft stärker Fuß zu fassen.

Angesichts seines starken Markennamens ist es für AOL nach Meinung der Analysten noch nicht zu spät, um sich eine nennenswerte Kundenbasis für VoIP aufzubauen. Wichtiger sei allerdings die Frage, ob das Geschäft genug Umsätze abwerfe. Denn die Konkurrenz ist riesig. Mehr als 1000 VoIP-Service-Provider buhlen in den USA um die Kunden. Nach Einschätzung von Arnold muss AOL sich stärker vom Wettbewerb differenzieren - beispielsweise durch eine mobile Komponente.

AOL hatte in den USA im April einen VoIP-Service für Mitglieder eingeführt. Allerdings haben nur rund zehn Prozent der AOL-Mitglieder einen Breitbandzugang, der Voraussetzung für die Nutzung ist. Offizielle Zahlen liegen nicht vor. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern ist die Akzeptanz des VoiP-Dienstes bislang aber eher verhalten. (sp)