SaaS im Autohandel

Geringe Kenntnisse, große Vorbehalte

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Im automobilen Einzelhandel können viele Betriebe mit dem Begriff Software as a Service (noch) nichts anfangen.

Software as a Service (SaaS) setzt sich derzeit in vielen Bereichen als kostensparende und effiziente IT-Lösung durch - auch in kleineren und mittelgroßen Unternehmen. Allerdings gilt das längst nicht für alle Branchen: So ist SaaS im automobilen Einzelhandel für die Betriebe mehrheitlich (noch) ein unbeschriebenes Blatt. Dies zeigt eine Umfrage, die die Berater von Deloitte gemeinsam mit der TU München unter 280 Anwendern des automobilen Einzelhandels in Deutschland betrieben hat.

Dealer-Management-Systeme gelten als wichtig

Grundsätzlich denk Autohandel verstärkt über Einsparungen und Effizienzsteigerungen nach. Nicht nur für große - auch für kleinere und mittelgroße Betriebe, deren IT-Aufwendungen gemessen am Umsatz bis um die Hälfte höher sind als in Großunternehmen, ist SaaS eine interessante Option. Mehr als 90 Prozent der Befragten halten leistungsfähige Dealer-Management-Systeme für ein zentrales Erfolgskriterium. 80 Prozent versuchen, sich durch spezifische IT-Lösungen vom Wettbewerb zu differenzieren. Dabei kommt es für 85 Prozent der Befragten in Linie auf die garantierte IT-Verfügbarkeit an, 70 Prozent legen großen Wert auf generellen Datenschutz. Auch die Integrations- und Anpassungsmöglichkeiten der Dealer-Management-Systeme stehen auf der Prioritätenliste weit oben.

Unkenntnis und Skepsis gegenüber SaaS

Nach Ansicht der Deloitte-Berater kann SaaS fast all diesen Anforderungen genügen. Trotzdem scheint die Branche die Vorteile des Mietmodells noch nicht realisiert zu haben. Zwar plant gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer, in nächster Zeit ein Dealer-Management-System einzuführen. Doch nur knapp 40 Prozent der Autohändler sind mehr oder weniger gut über die Einsatzmöglichkeiten von SaaS informiert. Und mehr als ein Drittel hat generell Vorbehalte gegenüber dem Thema. Nur sieben Prozent der Befragten setzen bislang eine SaaS- oder ASP-Lösung (Application-Service-Provider) für ihre Anwendungen ein. Mehr als drei Viertel der Betriebe betreiben ihre IT ausschließlich inhouse.

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