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Gericom rutscht in die roten Zahlen

13.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wegen des anhaltenden Preisverfalls im Notebook-Markt verbuchte die Gericom AG im dritten Quartal einen Nettoverlust und rechnet auch für das Gesamtjahr 2003 mit einem Fehlbetrag. Wie der österreichische Hersteller mitteilte, führten der Preiskampf, die starken Schwankungen des Dollars sowie die überraschend frühe Verknappung von Komponenten im Berichtszeitraum zu einem Defizit von 8,1 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit). Im dritten Quartal 2002 hatte das in Linz ansässige Unternehmen noch einen Ebit-Gewinn von 8,3 Millionen Euro geschrieben.

Auf Basis der ersten neun Monate 2003 verschlechterte sich das operative Ergebnis von plus 18,2 Millionen auf ein Minus von knapp vier Millionen Euro. Unter dem Strich ergab sich damit für die Monate Januar bis September ein Nettoverlust von drei Millionen Euro oder 28 Cent pro Aktie - verglichen mit einem Überschuss von 14,1 Millionen oder 1,29 Euro je Anteilschein im Vorjahreszeitraum.

Der Durchschnittspreis für Notebooks ist laut Gericom im Jahresvergleich um rund 30 Prozent gefallen. Gleichzeitig verbuchte das Unternehmen einen Umsatzrückgang um fünf Prozent. Um auf 327,3 Millionen Euro Einnahmen zu kommen, mussten die Österreicher dabei 27 Prozent mehr Notebooks als in der Vergleichsperiode 2002 verkaufen. Laut Gericom sanken im dritten Quartal allerdings die Absatzzahlen im Jahresvergleich um 1.000 auf 88.000 tragbare Rechner, der Umsatz schrumpfte von 133,9 Millionen auf 91,8 Millionen Euro.

Das Unternehmen fürchtet nun, das für 2003 anvisierte Umsatzziel von 500 Millionen Euro nicht zu erreichen und geht von einem Jahresfehlbetrag von rund fünf Millionen Euro aus. Zwar verbuchten die Linzer mit 114,4 Millionen Euro zum Ende des dritten Quartals einen Rekordauftragstand. Gleichzeitig erwarten sie jedoch eine weitere Verknappung von Komponenten. 2002 hatte Gericom bei Einnahmen von 544,1 Millionen Euro einen Jahresüberschuss von 18,6 Millionen Euro erzielt. (mb)