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Gericht lehnt L&H-Restrukturierungsplan ab

21.06.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein Gericht im belgischen Ieper hat gestern den Restrukturierungsplan des angeschlagenen Sprachsoftware-Spezialisten Lernout & Hauspie (L&H) als "zu vage" abgelehnt. Das Papier basiere allzu sehr auf "Wunschdenken", so das Gericht. Der Gläubigerschutz wurde allerdings bis zum 30. September verlängert. L&H soll nun bis spätestens 10. September einen neuen Plan vorlegen, den das Handelsgericht dann am 18. September unter die Lupe nehmen will. Gerichtssprecher Wim Orbie erklärte, die Neuvorlage müsse detaillierte Informationen zur finanziellen Situation sowie zu geplanten Zahlungen an Gläubiger nach dem geplanten Verkauf von Unternehmensteilen enthalten. Ferner erwarte das Gericht ein "klares Bild" der operativen und Restrukturierungskosten.

Der abgelehnte Entwurf sah einen Komplettverkauf aller Aktiva oder alternativ den Fortbestand von L&H reduziert auf sein Kerngeschäft vor. Die überwiegende Mehrheit der Gläubiger hatte das Vorhaben Anfang Juni akzeptiert (Computerwoche online berichtete).