Routerzwang

Gerätehersteller wollen TAE-Dose als DSL-Netzabschlusspunkt

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Bei der Anhörung der Bundesnetzagentur zum Thema Routerzwang haben 19 Gerätehersteller ihre Forderung überbracht, keine neuen Netzabschlussgeräte einzuführen.

Die Bundesnetzagentur hatte im Vorfeld der Anhörung in einem Fragenkatalog zum Netzabschlusspunkt neben der Telefondose (TAE-Dose) drei bislang nicht gebräuchliche "Leitungsabschlussgeräte" vorgestellt. Bislang gilt die TAE-Dose als Netzabschlusspunkt - welches Endgerät DSL-Nutzer dahinter einsetzten, blieb ihnen überlassen.

Die 19 Hersteller stehen laut Mitteilung von AVM den vom Regulierer vorgeschlagenen Änderungen kritisch gegenüber (klar, denn es geht um ihr Endgerätegeschäft). Aus ihrer Sicht würde das bisher größte Erfolgsmodell des liberalisierten Telekommunikationsmarktes dadurch abgeschafft; es drohe eine Zersplitterung des Marktes für TK-Endgeräte an den 24 Millionen DSL-Anschlüssen in Deutschland.

Stellungnahme_Hersteller_Mitteilung_398-2013 by Thomas Cloer

In ihrer gemeinsamen Stellungnahme betonen die Unternehmen, dass mit dem Routerzwang oder der Einführung von zusätzlichen weiteren "Leitungsabschlussgeräten" erhebliche Einschränkungen bei der Nutzung der TK-Netze drohen würden - sowohl für Privat- als auch für Firmen-Anwender. Beispielsweise werde die geeignete Auswahl an Endgeräten stark eingeschränkt; zudem drohten durch Geräte-"Monokulturen" größere Sicherheitsprobleme.

Anstatt für jede Zugangstechnologie (DSL, Kabel, LTE, Glasfaser und andere) ein neu zu bestimmendes nicht standardisiertes "Leitungsabschlussgerät" zu definieren, solle die Bundesnetzagentur zur Einstufung der TAE-Dose als einzigem DSL-Netzabschlusspunkt zurückkehren. Die von einigen Netzbetreibern vorgesehenen Einschränkungen für die Einführung von Managed Services ließen sich allesamt innerhalb der TK-Netze realisieren, ein weiteres "Leitungsabschlussgerät" sei auch hierfür nicht erforderlich. Der Bundesverband IT-Mittelstand (Bitmi) sieht das übrigens genauso.