Editorial aus CIO-Magazin 11/2013

Geld ist kein Motivator

Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.
Die neue November Ausgabe des CIO-Magazins ist erschienen. Welche Schwerpunktthemen Sie im aktuellen Heft finden, verrät Ihnen CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.
CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.
CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.
Foto: Joachim Wendler

Gehälter zu veröffentlichen entspricht eigentlich nicht unserer Mission. Geld ist kein Motivator, das wissen wir seit den 1960er-Jahren, als der amerikanische Psychologe Frederick Herzberg mit seiner Zwei-Faktoren-Theorie darauf hingewiesen hat. Geld ist ein "Hygienefaktor". Geld, ähnlich wie Führung und Sicherheit im Job, gibt den Mitarbeitern demnach keine Zufriedenheit. Aber sie erzeugt Unzufriedenheit, wenn etwas mit ihm nicht stimmt: eine "unsaubere" Verteilung von Gehältern zum Beispiel. Insofern halten wir es für gerechtfertigt, gelegentlich Vergleichszahlen zu veröffentlichen. Die Gehälterstudie von Kienbaum erscheint uns dabei die beste Quelle, weil sie nicht auf Umfrage-Ergebnissen beruht, sondern auf harten Zahlen.

Viel wichtiger als Geld sind Erfolg im Job, Anerkennung und spannende Inhalte. Dass IT Letzteres bietet, wissen leider nur die Insider. Berufs- oder Studiumseinsteiger vermuten in unserem Metier eher gepflegte Langeweile, was sich in sinkenden Bewerberzahlen manifestiert. 900.000 IT-Fachkräfte fehlen im Jahr 2015 innerhalb Europas, schätzt EU-Kommissarin Neelie Kroes. Umso wertvoller ist die Initiative "10.000 Stunden Leidenschaft für IT", bei der CIOs aus zehn EU-Ländern in Schulen und Universitäten gehen, um dort über ihre Jobs zu berichten. Sieben Deutsche haben sich bislang für die Aktion erwärmen lassen. Wenn jeder von ihnen die angestrebten zwei bis drei Stunden Missionsarbeit leistet, macht das leider maximal 21 Stunden. Fehlen noch 9.979. Helfen Sie den Kollegen bei der Leidenschaftsinitiative. Kann ja auch Spaß machen, im Barcamp mit Generation Y anzustoßen.

Neu sind in diesem Heft zwei Formate: Zum einen wollen wir Ihre Aufmerksamkeit auf Start-ups lenken, auch wenn diese noch nicht wirklich etabliert sind. Im Gegensatz zu den Projekten aus Großunternehmen trauen sich die Newcomer an disruptive Ideen, die kein etabliertes Unternehmen so umsetzen kann. Bei der zweiten Neuerung fahren wir mit Professor Brenner von der Uni St. Gallen durch die Gegend und besuchen Vorbild-CIOs. Er hat versprochen, dass er uns in Zukunft regelmäßig mitnimmt.

Viel Spaß beim Lesen!

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