Steganografie

Geheime Botschaften in VoIP-Gespräche verstecken

Frank Ziemann war 20 Jahre lang selbstständiger IT-Sicherheitsberater und Übersetzer englischsprachiger Fachartikel. Er ist Gründer des Hoax-Info-Service (http://hoax-info.de) an der TU Berlin, den er seit 1997 betreibt.
Polnische Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Daten heimlich in VoIP-Telefonaten mit übermitteln lassen.

Steganografie ist bereits seit der Antike als eine Möglichkeit bekannt, wie vertrauliche Daten zum Beispiel in Bildern versteckt werden können - heutzutage in Bilddateien. Per Augenschein kaum oder gar nicht erkennbare Veränderungen an dem Bild, etwa geringfügig veränderte Farbwerte einzelner Bildpunkte, enthalten die zu übertragenden Informationen. Wojciech Mazurczyk und Krzysztof Szczypiorski der Politechnischen Hochschule Warschau haben nun in einer Veröffentlichung (PDF-Datei, englisch) dargestellt, wie VoIP-Telefonate für derartige Zwecke genutzt werden können.

Neben der Möglichkeit bei Computer-basierter Internet-Telefonie, etwa mit Skype, parallel zum Gespräch auch Dateien zu übertragen, können vertrauliche Daten auch durch gezielte Manipulationen des Audio- und Videodatenstroms übermittelt werden. Ein wenig zusätzlich eingefügtes Rauschen fällt einem heimlichen Lauscher nicht auf - auch bei im Gegensatz zu Skype nicht verschlüsselten VoIP-Gesprächen.

Die Idee hinter der Steganografie ist, dass niemand nach vertraulichen Informationen sucht, wo er keine vermutet, weil er keinen Anhaltspunkt hat, dass sie vorhanden sind. Während behördliche Ermittler ohnehin schon nicht gut auf Skype zu sprechen sind, weil sie es nicht entschlüsseln können, werden ihnen solche Verfahren zur verdeckten Datenübermittlung erst recht nicht gefallen. (PC-Welt/mb)