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Geheimdienst bittet ISPs für Lauschangriffe zur Kasse

19.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Deutsche Internet-Service-Provider werden künftig die Kosten für die Überwachung der über ihre Dienste kommunizierten Daten selbst übernehmen müssen, sollte es bei dem inzwischen dritten Entwurf der Telekommunikations-Überwachungsverordnung (TKÜV) bleiben, der der "Financial Times Deutschland" vorliegt. Demnach sollen alle Betreiber von TK-Anlagen, die ihre Dienste der Öffentlichkeit anbieten, zur vollständigen Aufzeichnung und Weiterleitung der Kommunikationsdaten - ob Sprach- oder Datenübertragungen - an Strafverfolger verpflichtet werden. In diesem Zusammenhang sind die Provider auch für die Anschaffung von entsprechenden Lauschgeräten verantwortlich. Bei Zuwiderhandlung drohen Geldbußen von bis zu 20.000 Mark.

Sollten diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden, so könnten die Kosten an die Verbraucher weitergegeben werden, was eine Verteuerung der Internet-Dienste zur Folge hätte. Das befürchtet der ISP-Verband "EuroISPA".