Gehalt: Druck aus Osteuropa wächst

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Die europäischen Einstiegsgehälter stagnieren oder gehen sogar leicht zurück - dies trifft auf Deutschland, Frankreich und Italien zu. Oder sie steigen ganz langsam, mit Raten zwischen zwei und fünf Prozent, etwa in Österreich, der Schweiz, Spanien, den Niederlanden und England. Das ergab die jüngste Gehaltsumfrage des Beratungsunternehmens Towers Perrin.

Ob man es wahrhaben will oder nicht - seit dem Eintritt Osteuropas in die EU ist der Druck auf die Gehälter stark gestiegen, und überdurchschnittliche Zuwächse werden künftig die Ausnahme sein. Auch die Einsteiger stellen fest, dass ihnen ein rauer Wind ins Gesicht bläst und die Gehaltsspielräume nicht besonders groß sind. Wenn der Lebenslauf nicht makellos ist - kurze Studienzeit, interessante Praktika und gute Noten -, kann dies schnell zu einem niedrigeren Einkommen führen.

Doch viele haben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. So beschwerte sich ein Informatikabsolvent ganz vehement darüber, dass einer seiner Kommilitonen mit 51000 Euro Jahresgehalt eingestiegen ist, während man ihm bei jedem Vorstellungsgespräch immer weniger als 45000 Euro angeboten habe. Er wollte nicht einsehen, dass die Arbeitgeber sein Lebensalter von 32 Jahren nicht unbedingt als ein Plus an Erfahrung honorierten.

Fakt ist, dass in puncto Entlohnung die Bäume schon längst nicht mehr in den Himmel wachsen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Kandidaten sich um eine Stelle bewerben, umso höher muss die Qualifikation sein. Und eine Garantie, die Spitzengehälter der letzten drei Jahre erreichen zu können, gibt es schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Vor allem Quereinsteiger müssen sich auf niedrigere Gehälter einstellen. Personaler sprechen von einem Minus von zehn bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die aktuelle Towers-Perrin-Studie hat die Einstiegsgehälter in den verschiedenen Unternehmensbereichen unter die Lupe genommen und auch einen europäischen Vergleich gezogen. Die Einkommen der Einsteiger in Deutschland stagnieren auf hohem Niveau, nachdem sie noch im vergangenen Jahr beim Zielgehalt um acht Prozent und beim Grundgehalt um fünf Prozent gestiegen waren. Jetzt sind es 41000 Euro Grundgehalt und 44000 Zielgehalt.

Eine gute Nachricht gibt es doch: Sie betrifft vor allem die IT-Dozenten und die Mitarbeiter aus dem Bereich Recht. Diese legten im Vergleich zum Vorjahr auf 41000 Euro Grundgehalt beziehungsweise 46000 Euro Grundgehalt zu. Sie sind laut Towers-Perrin-Untersuchung die eigentlichen Sieger im diesjährigen Gehaltspoker, weil das Wachstum beim Grundgehalt rund fünf bis zehn Prozent ausmacht.

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