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Gefährdet IBM den Börsengang von Engenio?

07.10.2004

Engenio, früher LSI Logic Storage Systems, dürfte kommende Woche gespannt auf die Produktankündigungen von IBM blicken. Denn bisher hat Engenio die Mittelklassespeicher gebaut, die Big Blue als "DS4000s" vertrieb. Jetzt aber wird IBM den selbst entwickelten "DS6000" auf den Markt bringen, von dem Analysten erwarten, dass er auf längere Sicht das Engenio-System ablösen wird. Für Engenio hätte das fatale Folgen, da das Geschäft mit IBM im ersten Quartal dieses Jahres für 51 Prozent der Engenio-Umsätze sorgte. Die Abhängigkeit vom nun in Frage gestellten Geschäft mit Big Blue könnte den eigentlich schon für Mitte dieses Jahres geplanten Börsengang des Speicherspezialisten gefährden.

Das Management versuchte bereits 2002, die Kundenbasis zu erweitern und schloss mit Storagetek ein OEM-Abkommen in der Hoffnung, über die Storagetek-Händler die Direktverkäufe zu steigern. Damals lag IBMs Anteil am Engenio-Umsatz erst bei 40 Prozent. Außer IBM und Storagetek verkaufen auch SGI und die NCR-Tochter Teradata die Mittelklassespeicher. Engenio verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatzzuwachs von 27 Prozent auf 427 Millionen Dollar und lag damit weit über dem durchschnittlichen Marktwachstum von zwei Prozent. (kk)