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gedas renoviert Berliner Polizeisystem

31.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit dem "Polizeilichen Landessystem zur Information, Kommunikation und Sachbearbeitung" (POLIKS) hat der IT-Dienstleister gedas als Generalunternehmen nach eigener Einschätzung eines der modernsten Polizeisysteme Deutschlands aufgebaut. Zusammen mit Volkswagen Coaching und der Landespolizeischule schulte das Unternehmen dafür auch etwa 20.000 Beamte.

Das in Berlin seit über 20 Jahren genutzte "Informationssystem Verbrechensbekämpfung" (ISVB) wird in diesem Jahr abgeschaltet, das alte Zentralrechnersystem durch eine Client-Server-Architektur abgelöst. In einem Teilprojekt zusammen mit Oracle Deutschland wurden sieben Millionen "alte" Vorgänge nach POLIKS migriert. Die Berliner Polizei erhält im Zuge des Großprojekts fast 9000 PC-Arbeitsplätze und Laptops, die rund 1000 Host-Terminals und 4000 Schreibmaschinen ersetzen.

Für den IT-Dienstleister ist die POLIKS-Entwicklung das größte Softwareprojekt der Firmengeschichte außerhalb der Automobilindustrie. Mehr als 20 Experten programmierten das System in den vergangenen fünf Jahren, das gesamte Projekt umfasse zirka180.000 Arbeitsstunden.

POLIKS ist laut gedas sowohl für den Innendienst als auch für den Einsatz vor Ort konzipiert. Der POLIKS-Client läuft unter Windows und arbeitet mit der Bürosoftware von Microsoft zusammen. Zuvor rund 350 unterschiedlichen Formblättern allein für die polizeiliche Sachbearbeitung dampft das neue System auf 33 "Anwendungsfälle" ein. Für eher seltene Arbeitsgänge gibt es zusätzlich einen "digitalen Formularschrank". Durch das Ganze führen "Assistenten" mit genauen Hinweisen.

Ein "Schnittstellendienst" soll es der Berliner Polizei ermöglichen, ihr System an verschiedenste andere Lösungen in Deutschland und Europa anzupassen, ohne den Kern von POLIKS anzufassen. Dieses Softwaremodul steuert auch beispielsweise den Nachrichtenaustausch mit dem Kraftfahrtbundesamt oder der BKA-Software "INPOL". Für Abfragen zu Personen oder Fahrzeugen braucht POLIKS laut gedas zehn Sekunden, Suchaufträge mit mehreren Unbekannten (unter ISVB unmöglich) seien in maximal einer Minute erledigt. (tc)