Buchtipp

Geben und nehmen

ist Chefredakteur von Managementbuch.de
Langfristig erfolgreich sein? Das Buch 'Geben und Nehmen' von Adam Grant offenbart dazu anhand zahlreicher Beispiele verblüffende Erkenntnisse.

An wen denken Sie, wenn von "erfolgreichen Machern" die Rede ist? An Typen, die mit ihrem Ego nicht nur einen Chefsessel, sondern gleich komplette Sitzreihen in einem Stadion einnehmen könnten? Adam Grant nennt solche Leute die "Nehmer". Er hat aber andere Menschen im Sinn: stille, kooperative Persönlichkeiten, die nicht ständig über sich in der Zeitung lesen müssen, um ihren Erfolg zu genießen. Für ihn sind das die "Geber".

In seinem Buch "Geben und Nehmen" hat sich Adam Grant mit den Persönlichkeitsmustern erfolgreicher Manager und Unternehmer beschäftigt. Dabei hat er interessante Entdeckungen gemacht: So gibt es die "Nehmer", Erfolgstypen, die mit Gewalt ihre Ziele verfolgen und "Gefälligkeiten immer an Bedingungen knüpfen". Auf der anderen Seite stehen die "Geber", die in Vorleistung treten und nicht sofort das Feld abernten, das sie gerade erst bestellt haben. Die mit Geduld soziale Netzwerke aufbauen und ihre kooperativen Gesten nicht in Dollar oder Applaus aufwiegen. Ihnen widmet Grant sein Buch.

'Geben und Nehmen' von Adam Grant ist bei Droemer erschienen, hat 448 Seiten und kostet 19,90 Euro.
'Geben und Nehmen' von Adam Grant ist bei Droemer erschienen, hat 448 Seiten und kostet 19,90 Euro.
Foto: Droemer

Der Autor porträtiert Menschen, die nicht trotz, sondern wegen ihres verantwortungsvollen Führungsstils Erfolge erzielen. Anhand von Fallstudien belegt Grant, dass Geber langfristig oben schwimmen und Nehmer für ihren kurzfristig erfolgreichen Stil irgendwann die Zeche zahlen. Sie büßen in den meisten Fällen an Vertrauen und Glaubwürdigkeit ein. "Wenn Sie ein Nehmer sind und alle Welt über Ihre Beziehungen und Ihren Ruf Bescheid weiß, ist es schwerer, Erfolg zu haben."

Nehmer verbreiten Angst, Geber bekommen Respekt geschenkt, weil sie als Vorbilder geschätzt werden. Weil sie clever sind: "Je intelligenter man ist, desto mehr hilft man seinem Verhandlungspartner, selbst erfolgreich zu sein." (hk)