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Gateway lehnt Angebot für Retail-Sparte ab

04.09.2006
Dass der frühere eMachines-Besitzer Lap Shun Hui 450 Millionen Dollar für die Retail-Sparte von Gateway bietet, interessiert den US-amerikanischen PC-Bauer nicht.

Huis Offerte sei "nicht im besten Interesse der Aktionäre", teilte das Unternehmen aus Irvine im US-Bundesstaat Kalifornien mit. Die Entscheidung habe man in Rücksprache mit den Finanz- und Rechtsberatern von Goldman Sachs und Skadden Arps Meagher & Flom getroffen. Hui hatte sein Angebot am 23. August öffentlich gemacht und dabei auch eine komplette Übernahme angeboten. Gateway selbst hatte er bereits drei Wochen vorher informiert, war dabei allerdings zu seinem Bedauern auf keinerlei "konstruktive Resonanz" gestoßen.

Hui kritisiert unter anderem das aktuelle Gateway-Management, weil dieses noch immer keinen dauerhaften Nachfolger für den im Februar ausgeschiedenen Firmenchef Wayne Inouye gefunden hat.

Gateway hatte den PC-Discounter eMachines im Jahr 2004 für 262 Millionen Dollar von Hui gekauft. Noch unter der Ägide von Inouye machte Gateway dann seine eigenen Läden dicht und übernahm stattdessen die eMachines-Strategie, über namhafte Retailer und das Internet zu verkaufen.

Durch den Verkauf von eMachines hält Hui 8,2 Prozent der ausstehenden Gateway-Aktien und ist damit nach Firmengründer Ted Waitt (24 Prozent) der zweitgrößte individuelle Anteilseigner.

Ebenfalls unzufrieden mit der aktuellen Performance von Gateway ist eine Gruppe von Investoren aus unter anderem Harbert Management Corp, die inzwischen 10,2 Prozent der Gateway-Aktien zusammengekauft hat und dem Hersteller helfen will, wieder auf Kurs zu kommen.

Das Interesse von Hui und diesen Anlegern allein genügte, um den Aktienkurs von Gateway in den letzten Wochen um 40 Prozent steigen zu lassen. (tc)