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Gates kritisiert Outsourcing

30.06.2005
Bill Gates hat auf einer Japanreise Firmen davor gewarnt, Funktionen und Mitarbeiter im Kerngeschäft auszulagern. Damit verlören sie das Gehirn ihres Unternehmens und die Fähigkeit zu Innovationen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Unternehmen sollten keine Funktionen und Mitarbeiter im Kerngeschäfts auslagern, warnte Microsofts Chairman und Chief Software Architect Bill Gates. In einer Rede vor Managern des japanischen Wirtschaftsverbandes Nippon Keidanren in Tokio drängte er die Firmenlenker, ihren eigenen Entwicklungsingenieuren mehr zu Vertrauen, den möglichen Einsparzielen durch das Auslagern von Unternehmensfunktionen dagegen weniger Beachtung zu schenken. In der ersten Reihe des Auditoriums saßen unter anderem der Chairman von NEC, Hajime Sasaki, sowie Tadashi Okamura, Chairman bei Toshiba. "Wenn Sie zu viele Mitarbeiter in andere Unternehmen und Länder verlagern, laufen Sie Gefahr, das Gehirn Ihres Unternehmens und damit die Fähigkeit zu Innovationen zu verlieren", warnte der Microsoft-Gründer.

Seine Auffassung, der eigenen Wettbewerbsfähigkeit einen größeren Stellenwert als dem Kostensparen einzuräumen, wiederholte er mehrfach. Hintergrund seiner mahnenden Worte ist der vor allem in den USA anhaltende Trend zur Auslagerung von IT-Funktionen nach Indien, der im Land bereits zu heftigen Debatten geführt hat. Microsoft selbst beschäftigt mehr als 1500 Programmierer in Indien und stellt weiter ein. (Microsoft gründet Forschungslabor in Indien). (jha)