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Gates ist nur noch der Zweitreichste

04.07.2007
Trauer in Redmond: Der Mexikaner Carlos Slim, Mehrheitseigner des Telefonkonzerns Telmex, ist am Microsoft-Gründer vorbeigezogen.

Slims Vermögen beläuft sich derzeit auf 67,8 Milliarden Dollar, Gates muss sich mit "nur" 59,2 Milliarden bescheiden. Das berichtete die Internet-Finanzseite "Sentido Común" am gestrigen Dienstag. Schon im April war klar gewesen, dass Slim dem Softwaremilliardär auf die Pelle rücken würde. Damals hatte "Forbes" festgestellt, dass der Mexikaner auf Rang zwei vorgerückt war und bald die Nummer eins sein könnte.

Slim ist ein ehemaliger Börsenmakler, der sich ein gigantisches Firmenimperium aufgebaut hat. Jede zweite Aktie, die an der Börse von Mexiko City gehandelt wird, gehört zu einer seiner Firmen. Slim besitzt Fahrradfabriken, Halbleiterwerke, Bäckerein und nicht zuletzt den Telekomkonzern Telmex. Dessen Aktien hatten sich zwischen März und Juni 2007 um 27 Prozent verteuert – die Hauptursache dafür, dass der Mexikaner Gates vom Thron stoßen konnte.

Mexiko ist ein Land mit scharfen Kontrasten zwischen Arm und Reich. Die Hälfte der Bevölkerung lebt von rund fünf Dollar am Tag. Slim ist nicht als Wohltäter bekannt. Er glaubt nach öffentlichen Bekundungen nicht daran, Armut durch Gaben beseitigen zu können. Allerdings betreibt er Stiftungen zur Förderung von Gesundheit und Ausbildung. Ende letzten Jahres hatte der Telco-Tycoon angekündigt, deren Kapital von vier auf zehn Milliarden Dollar aufzustocken. Die US-Milliardäre Bill Gates und Warren Buffett hatten weit höhere Beträge für Stiftungen locker gemacht, die sich mit der Bekämpfung von Krankheiten wie Aids und Malaria befassen. (hv)