Dank Netbooks

Gartner zählt zwölf Prozent PC-Marktwachstum in Westeuropa

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Nach Zählung der Marktforscher von Gartner wurden im vierten Quartal 2008 in Westeuropa 20,1 Millionen PCs verkauft.

Das entspreche einem Wachstum von 12,1 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, so Gartner. Im Gesamtjahr 2008 wurden demnach in Westeuropa 66 Millionen PCs abgesetzt, ein Plus von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Foto: Gartner

"Erstaunlicherweise war im vierten Quartal Westeuropa die stärkste Region innerhalb von EMEA (Europa, Nahost und Afrika), da sowohl Zentral- und Osteuropa als auch der Nahe Osten und Afrika heftiger von der sich verschlechternden Wirtschaftslage betroffen waren", kommentiert der Gartner-Experte Ranjit Atwal. "Die Mini-Notebooks trieben mit fast 2,5 Millionen Einheiten erneut das Wachstum für das Q4, und damit gewann auch der Telco-Kanal für die PC-Hersteller als Weg in den Markt an Bedeutung."

Wachstum nur dank billiger Netbooks

Der unterliegende Trend für den PC-Markt sei aber trotz des oberflächlichen Wachstums negativ, warnt Atwal. Das professionelle Segment sei im vierten Quartal 2008 um fünf Prozent rückläufig gewesen. Und ohne Netbooks wäre der Markt insgesamt ebenfalls geschrumpft. "Das verheißt nichts Gutes für 2009, da wir erwarten, dass sich die gesamtwirtschaftliche Situation noch verschlechtert", so der Gartner-Mann.

Ohne Netbooks (hier Asus 'Eee PC S101') wäre der PC-Markt in Westeuropa geschrumpft.
Ohne Netbooks (hier Asus 'Eee PC S101') wäre der PC-Markt in Westeuropa geschrumpft.

Auf Seiten der Hersteller konnten dann auch vor allem diejenigen punkten, die im Consumer-Segment aktiv sind, geführt von den drei größten regionalen Märkten Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die höchsten Zuwächse erzielten Netbook-Pionier Asus ("Eee PC", plus 190,4 Prozent!) und Toshiba, die sowohl mit ihren Mainstream-Notebooks als auch Mini-Notebooks zulegten.

Der Markt war insgesamt von einem anhaltend scharfen Preiskampf gekennzeichnet - der durchschnittliche Gerätepreis ging im Jahresvergleich um 15 Prozent zurück. "Die Anbieter müssen das Risiko im PC-Markt managen, indem sie ihre Stückzahlen mit Erlösen und Margen ausbalancieren und gleichzeitig verstehen, dass es auch 2009 sehr wohl noch einen signifikanten PC-Markt mit guten Chancen für die am besten vorbereiteten Hersteller geben wird", bilanziert Analyst Atwal.