Web

 

Gartner: Weltweiter PDA-Markt legt um 32 Prozent zu

03.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltweite Markt für Personal Digital Assistants (PDAs) ist laut Gartner im zweiten Quartal 2005 weiterhin stark gewachsen. Den Berechnungen der Marktforscher zufolge wurden im abgelaufenen Dreimonatszeitraum 3,6 Millionen Geräte verkauft, das entspricht einem Anstieg um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Diskrepanz zu dem von der IDC gemeldeten Absatzrückgang um mehr als 20 Prozent (siehe auch: "IDC: Der Handheld-Markt ist weiter rückläufig") liegt in der unterschiedlichen Definition des Begriffs PDA. Laut Gartner handelt es sich dabei um eine datenzentrierten Handheld-Computer, der weniger als ein Pound wiegt und primär für die Bedienung mit zwei Händen ausgelegt ist. Im Gegensatz zu den Kollegen von IDC zählt Gartner demnach nur Modelle wie Palms "Treo 650" oder den "BlackBerry 7100" von Research in Motion (RIM) als Smartphones.

IDC lässt hingegen als PDAs nur Taschencomputer gelten, die mit einem PC kommunizieren können, aber keine Sprachfunktionen besitzen. Die Absatzzahlen solcher Geräte gehen rapide zurück, da Mobiltelefone und insbesondere Smartphones zunehmend mehr traditionelle PDA-Funktionen wie Kalender oder Kontaktdatenbanken beherrschen.

Marktführer im zweiten Quartal war laut Gartner der kanadische Anbieter RIM. Das Unternehmen aus Ontario verkaufte in den Monaten April, Mai und Juni 840.000 BlackBerrys und erzielte damit 23,2 Prozent Marktanteil. Palm bezahlte den wachsenden Fokus von PDAs auf Smartphones mit einem Absatzrückgang um 30 Prozent auf 642.020 Handhelds. Obwohl der Marktanteil dadurch im Jahresvergleich von 33,2 auf 17,8 Prozent schrumpfte, konnte sich der PDA-Pionier vor dem "iPaq"-Hersteller Hewlett-Packard (12,5 Prozent) auf Position zwei halten. Auf Platz vier landete Neueinsteiger Nokia mit 7,6 Prozent Marktanteil. Position fünf wiederum belegte überraschend T-Mobile mit 5,9 Prozent Marktanteil. Die Telekom-Tochter registrierte mit einem Plus von 708 Prozent auf 212.800 verkauften Geräten und verdrängte Dell aus den Top-Five.

Während der US-amerikanische PDA-Markt mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 1,4 Millionen Geräte nahezu stagnierte, registrierte Gartner in Westeuropa ein Absatzwachstum um 94 Prozent auf 1,3 Millionen Taschencomputer. In Asien stiegen die Verkäufe um 24,7 Prozent auf rund 402.000 PDAs. (mb)