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Gartner warnt vor Überinvestitionen in Appserver

22.08.2001
Seit 1998 haben Anwender aus Sicht von Gartner eine Milliarde Dollar in übertrieben leistungsfähige Application Server fehlinvestiert. Bis 2003 drohe die weitere Verschwendung von bis zu zwei Milliarden Dollar.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aufgrund (zu)viel versprechender Ankündigungen der Hersteller haben Unternehmen nach Meinung von Gartner dramatisch und unnötigerweise viel zu viel Geld für Application Server ausgegeben. Weltweit seien seit 1998 rund eine Milliarde Dollar überinvestiert worden, so die Auguren. Schlimmer noch: Bis zum Jahr 2003 drohe die weitere Verschwendung von bis zu zwei Milliarden Dollar.

Die Hersteller von Application Servern schwatzen ihren Kunden meist Highend-Technik auf, die diese überhaupt nicht benötigten, so Gartner. "Wenn Verwirrung herrscht, nutzen die Anbieter das nur zu gerne aus", erklärte Vice President und Research Director David Smith. Um unnötige Ausgaben zu vermeiden, raten die Auguren allen Betroffenen, zunächst einmal in ihrer bereits vorhandenen Technik nachzuforschen, ob nicht dort - oder in einem kostenlosen Produkt - die gewünschten Anforderungen bereits erfüllt seien.

Gartner weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Application Server und J2EE (Java 2 Enterprise Edition) zwei Paar Schuhe seien. Beispielsweise biete Microsofts Produkt-Lineup durchaus Appserver-Fähigkeiten, verfüge aber nicht über Java und J2EE. Auch seien J2EE und EJB (Enterprise Javabeans) nicht das Gleiche. Die meisten Java-Projekte nutzten Java Server Pages/Servlets und nicht EJB. Die teuersten Application Server seien zwar für den Betrieb mit EJB ausgelegt, würden aber oft nur mit JSP oder Servlets betrieben. Gartner schätzt, dass bis zum Jahr 2003 zwar 70 Prozent aller neuen Anwendungen auf Highend-Servern eingerichtet würden, trotzdem aber sich 60 Prozent des verwendeten Codes auf JSP/Servlets beschränke.