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Gartner: Surfer wollen keine Pop-ups

14.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einer aktuellen Umfrage von Gartner zufolge empfinden 78 Prozent aller Websurfer Pop-up-Werbung, die sich in einem eigenen Fenster über dem eigentlichen Seiteninhalt öffnet, als lästig. Die so genannten Pop-unders, die sich zunächst unbemerkt hinter einer besuchten Web-Seite auftun, ärgern 75 Prozent der Nutzer, und selbst klassische Werbe-Banner gehen 49 Prozent auf den Geist.

Trotzdem bleiben Pop-ups wohl noch weiter populär, weil sie mehr Werbeeinnahmen bringen als weniger aufdringliche Werbeformen. Nach Angaben der Nielsen/Netratings-Tochter Ad-Relevance wurden im vergangenen Jahr 27,7 Millionen Pop-ups ausgeliefert (Vergleichszahlen gibt es nicht, da AdRelevance das Format erstmals eigentständig erfasste). Einige Anbieter, etwa das New Yorker Frauennetz iVillage, hatten Pop-ups in letzter Zeit abgeschafft.

Laut Gartner kosten Pop-ups zwiscen 15 und 35 Dollar pro Tausend Kontakte (TKP), bei normalen Banner liegt der Preis mit drei bis sieben Dollar deutlich niedriger. Die Click-Through-Raten von Pop-ups seien allerdings von rund fünf Prozent im Jahr 1999 inzwischen auf weniger als ein Prozent gesunken, so die Auguren. Zunehmend mehr Nutzer - derzeit etwa zwölf Prozent der Netzbevölkerung - setzt demnach inzwischen spezielle Software oder Browser-Funktionen ein, um Pop-ups und -unders von vornherein zu blockieren.

Allie Savarino von Unicast, einem auf so genannte Interstitials - Werbung, die während des Seitenaufbaus erscheint - spezialisierten Internet-Werbedienstleister, bezeichnete die Balance zwischen Geldverdienen und Nutzer verjagen gegenüber dem "Wall Street Journal" als Drahtseilakt: "Wenn jemand einen Weg findet, Site nutzerfreundlicher zu machen, ohne Umsatz zu opfern - die Publisher werden sich darauf stürzen." (tc)