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Gartner: Software-as-a-Service holt weiter auf

02.10.2006
In fünf Jahren soll der Anteil von Mietsoftware bereits ein Viertel des Gesamtmarktes für Business-Applikationen ausmachen.

Aktuell machen Software-as-a-Service-Angebote (SaaS) rund fünf Prozent der weltweiten Umsätze mit Business-Software aus. Bis 2011 soll dieser Anteil nach Einschätzung der Analysten von Gartner auf bis zu 25 Prozent steigen.

"SaaS ist vor wenigen Jahren mit Standardlösungen, die die grundlegenden Funktionsanforderungen der Anwender erfüllten, in den Markt gestartet", berichtet Gartner-Analyst Robert DeSisto. Mittlerweile habe sich das Bild jedoch gewandelt. Die Anbieter von Mietsoftware hätten in jüngster Vergangenheit den Funktionsumfang ihrer Lösungen zunehmend erweitert. Darüber hinaus gebe es heute für die Kunden mehr Möglichkeiten, die Mietsoftware an die eigenen spezifischen Anforderungen anzupassen.

Das Echo auf die SaaS-Angebote hängt stark von der jeweiligen Lösung ab, so DeSisto. Während im Bereich Kunden-Management bereits heute acht Prozent des Umsatzes mit On-Demand-Lösungen gemacht werde, hinke der ERP-Bereich mit Raten von weniger als vier Prozent weit hinterher. Auch geografisch gibt es allem Anschein nach Unterschiede. Europäische Anwender zögern noch beim Einsatz von On-Demand-Software, im Gegensatz zu ihren Amerikanischen Kollegen. Salesforce.com hat deshalb eine Präsidentin für Europa eingesetzt, die sich allein um die weitere Entwicklung des Geschäfts kümmern soll (siehe auch: Salesforce.com will Europa On-Demand beibringen).

Bislang habe sich DeSisto zufolge der Einsatz von On-Demand-Applikationen meist auf einen eng begrenzten Ausschnitt in der Unternehmens-IT beschränkt, wie zum Beispiel die Steuerung des Vertriebs (Sales Force Automation, kurz SFA). Allerdings würden sich die On-Demand-Provider in Zukunft verstärkt als Komplettanbieter für Geschäftsprozesse profilieren. Damit entstehe den intern betriebenen Softwarelösungen stärkere Konkurrenz, prophezeit der Gartner-Analyst.

In diesem Zusammenhang steige jedoch auch das Konfliktpotenzial im Unternehmen. Während bislang der Einsatz von On-Demand-Software meist auf Initiative einzelner Fachbereichsleiter forciert wurde, sind künftig bei einem breiteren Einsatz auch die zentralen IT-Abteilungen einzubinden. Dabei müssten jedoch auch Vorbehalte der IT-Verantwortlichen ausgeräumt werden, der Einsatz von SaaS-Lösungen beschneide deren Kompetenz. (ba)