Aktuelle Server-Umsätze und -Stückzahlen Q3 2016

Gartner: Server-Markt steht extrem unter Druck

Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Die Server-Hersteller stehen aktuell vor extremen Herausforderungen. Denn sowohl der Umsatz an Server-Hardware als auch die Anzahl der ausgelieferten Systeme sind in EMEA die letzten Monate stark gesungen. Auch der weltweite Blick auf den Servermarkt könnte viele Server-Lieferanten beunruhigen, so die aktuellen Gartner-Zahlen vom 3. Quartal 2016.

Der Server-Markt steht zurzeit vor großen Herausforderungen, trotz des gerade stattfindenden großen Digitalisierungs-Hype sank im dritten Quartal 2016 der weltweite Server-Umsatz um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr: Auch die Anzahl der verkauften Systeme stimmt nicht zuversichtlich. Sie sank im gleichen Zeitraum um 2 Prozent, so die Zahlen des IT-Research- und Beratungsunternehmens Gartner.

Zu dem großen Umsatz-Gewinner unter den Top-5-Herstellern zählt lediglich Cisco. Das Unternehmen konnte als einziges eine Steigung von 5,0 Prozent für sich verbuchen. Der große Verlierer ist IBM mit -33 Prozent und HPE mit -11,8 Prozent. Trotzdem konnte Hewlett Packard Enterprise (HPE) seine Spitzenposition beim Server-Umsatz behaupten, gefolgt von Dell, Lenovo, Cisco und IBM.

Nicht viel zuversichtlicher sieht es bei den ausgelieferten Server-Systemen aus. Zwar hat hier HPE im Vergleich zu Q2 2016 seine Spitzenposition von Dell zurückerobert. Das geben die Zahlen allerdings nicht wieder. Denn HPE hat gegenüber dem Vorjahr 19,5 Prozent weniger Systeme ausgeliefert und Dell -9,8 Prozent. Erst die absoluten Stückzahlen geben das reale Kräfteverhältnis der beiden IT-Hersteller wieder.

Gartner: Weltweiter Server-Umsatz im 3. Quartal 2016
Gartner: Weltweiter Server-Umsatz im 3. Quartal 2016
Foto: Gartner

Einzige Ausnahmen in Bezug auf die Server-Absatzzahlen sind die beiden chinesischen Unternehmen Huawei und Inspur Electronics mit einem Plus von 21,8 und 20,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da die beiden Firmen im EMEA-Raum in puncto Serververkauf nur eine geringe Rolle spielen - sie sind nicht in der EMEA-Top-5-Liste aufgeführt - scheint der asiatische Raum ihre Absatzzahlen zu beflügeln.

Im EMEA-Raum haben in Q3 2016 vier der Top-5-Server-Hersteller Umsatzeinbußen von 11,8 Prozent und mehr gegenüber dem Vorjahr hinnehmen müssen. Einzig Cisco mit einem Minus von nur 0,9 Prozent kam mit einem blauen Auge davon. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den verkauften Server-Systemen. Die Verluste reichen von 5,9 Prozent bei Cisco bis zu 19,5 bei Fujitsu. Sowohl bei den Umsätzen wie auch bei den Stückzahlen setzt sich die Führungsriege aus HPE, Dell gefolgt von Lenovo zusammen.

Gartner: Weltweite Server-Stückzahlen im 3. Quartal 2016
Gartner: Weltweite Server-Stückzahlen im 3. Quartal 2016
Foto: Gartner

Jeffrey Hewitt, Research Vice President bei Gartner meint: "Der weltweite Server-Markt wurde im dritten Quartal 2016 durch eine eher konservative Ausgabepolitik beeinflusst. Dieser Umstand wurde dadurch verstärkt, dass IT-Verantwortliche bei der Umsetzung von Virtualisierungsprojekten auf bereits existierende x86-Server gesetzt haben und deshalb keine neun Anschaffungen getätigt haben."