Symposium/ITxpo

Gartner ruft das "postmoderne Business" aus

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Gartner hat auf seinem Symposium mit anhängender ITxpo in Orlando eine Prognose zu den IT-Investitionen für das kommende Jahr herausgegeben.

Die weltweiten IT-Ausgaben von Unternehmen sollen demnach von 2,6 Billionen Dollar in diesem Jahr um 3,9 Prozent auf 2,7 Billionen Dollar steigen. Das Wachstum verlangsamt sich zwar - von 2010 auf 2011 waren die Investitionen um 5,9 Prozent gestiegen -, ist aber angesichts der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen absolut beachtlich.

"Die Zeiten sind vorbei, in denen die IT nur der passive Beobachter der Welt war. Weltpolitik und Weltwirtschaft werden von der IT gestaltet", erklärte Gartner Senior Vice President und Obermarktforscher Peter Sondergaard in Orlando. "IT ist ein zentraler Treiber für das Geschäftswachstum. In diesem Jahr gibt es zum Beispiel 350 Konzerne, die mehr als eine Milliarde Dollar in IT investieren. Und das tun sie, weil es ihre Geschäftsleistung beeinflusst."

Zwei Drittel der CIOs glaubten, dass die Informationstechnik in den nächsten zehn Jahren einen größeren Wertbeitrag in ihrer Branche stiften werde als in jedem Jahrzehnt zuvor, so Sondergaard weiter. "Damit IT-Chefs in diesem Umfeld erfolgreich sein können, müssen sie von der Spitze weg führen und die IT neu erfinden", appellierte der Gartner-Mann. "IT-Leiter müssen das postmoderne Business annehmen, das von den Kundenbeziehungen getrieben und durch die Explosion von Informationen, Zusammenarbeit und Mobilität befeuert wird."

Kräfte wie Cloud, Social, Mobility und Big Data bestimmten diese neue Ära, sagt Peter Sondergaard. "Schon jede für sich genommen sind diese Kräfte innovativ und disruptiv, zusammen revolutionieren sie Business und Gesellschaft." Und ihre Auswirkungen würden Architekturen der vergangenen 20 Jahre obsolet werden lassen.

Gartner hat außerdem zehn Technologien identifiziert, die aus Sicht des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens von besonderer strategischer Bedeutung sein werden, als da wären

  1. Media-Tablets (und darüber hinaus)

  2. Mobil-zentrische Applikationen und Interfaces

  3. Kontextuelles und soziales Benutzererlebnis

  4. Internet der Dinge

  5. App Store und Marktplätze

  6. Analytics der nächsten Generation

  7. Big Data

  8. In-Memory-Computing

  9. Extrem stromsparende Server

  10. Cloud Computing