Symposium/ITxpo 2011

Gartner prophezeit sinkende IT-Budgets in EMEA

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Gartner hat beim Symposium in Barcelona Pessimismus bezüglich der IT-Investitionen in der Region EMEA (Europa, Nahost und Afrika) versprüht.
Peter Sondergaard, SVP und Global Head of Research bei Gartner
Peter Sondergaard, SVP und Global Head of Research bei Gartner
Foto: Gartner

Nach Einschätzung der Marktforschungs- und Beratungsfirma werden Unternehmen in der EMEA-Region in diesem Jahr 604 Milliarden Euro für Informationstechnik (IT) ausgeben, das wären 1,4 Prozent weniger als 2010. Immerhin: 2012 soll es wieder ein kleines Wachstum von 2,3 Prozent geben; für Westeuropa sagen die Auguren jedoch bis 2015 rückläufige IT-Investitionen voraus.

"Die zweite Rezession trifft uns bald und CIOs müssen entscheiden, welchen Weg sie einschlagen", erklärte Gartners Forschungschef Peter Sondergaard in Barcelona. "Die anhaltend unsichere Weltwirtschaftslage und die Krise der Eurozone werden Ihr IT-Budget im Jahr 2012 beeinflussen und Ihr Geschäft vor schwierige Budget-Entscheidungen stellen. Welche Wahlmöglichkeiten Sie haben, hängt von ihrer geografischen Lage, Ihrer Branche und der Stärke Ihres Unternehmens ab, wenn der Sturm ankommt."

Auf Westeuropa entfallen 80 Prozent der IT-Ausgaben der EMEA-Region. Die Unternehmensausgaben für IT sollen dort laut Gartner heuer um 1,8 Prozent sinken und 2012 nur um 1,5 Prozent steigen. 2011 entfällt der größte Anteil der IT-Investitionen in Westeuropa auf die Öffentlichen Hände inklusive des Bildungssektors mit 20 Prozent der Gesamtausgaben. Dieser wichtige Sektor wird den Auguren zufolge heuer um 4,8 Prozent und 2012 um 1,7 Prozent zurückgehen und nicht vor dem Jahr 2015 zur Stärke von 2010 zurückfinden.

"CIOs müssen jetzt ein realistisches Budget erstellen, um anabhängig vom Marktwachstum von der Spitze weg führen zu können", ergänzt Sondergaard. "Bis 2014 werden CIOs die effektive Kontrolle über ein Viertel der IT-Ausgaben ihrer Firmen verlieren. Und bis 2017 haben womöglich die Chief Marketing Officers ein höheres IT-Budget als CIOs."

Es sei an der Zeit, dass die CIOs wieder die Führung übernehmen und ihre Rolle neu erfinden, sagt Gartners Forschungschef. Der Dinge brauche der "neue CIO": ein postmodernes Geschäftsverständnis, Einfachheit und "kreative Zerstörung".