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Gartner propagiert SOA 2.0

14.06.2006
Während Anwender noch mit Pilotprojekten beschäftigt sind, beschreiben Gartner-Analysten schon die nächste Generation Service-orientierter Architekturen (SOA).

"SOA 2.0" und "Advanced SOA" heißen die neuesten Buzzwords der IT-Szene. In der Diktion des Marktforschungs- und Beratungshauses Gartner verbirgt sich dahinter eine Kombination aus Service-orientierten Designkonzepten und einer Softwarearchitektur, die Ereignisse (Events) in Echtzeit entdeckt. Nach Einschätzung von Gartner-Analyst Paolo Malinverno erfordert Letzteres eine Event Driven Architecture (EDA). Sie soll nicht nur einzelne Events wie beispielsweise einen Auftragseingang erkennen sondern ganze Ereignisströme erfassen und verarbeiten können. Möglich werde dies durch Softwarewerkzeuge für das Complex Event Processing (CEP). Mit ihrer Hilfe könnten Unternehmen eine Art Radarsystem aufbauen und dieses mit Regeln versehen.

Zu den potenziellen Killerapplikationen für SOA 2.0 zählt Gartner unter anderem den Echtzeithandel in der Finanzbranche, die Verwaltung von RFID-Netzen oder auch die Betrugserkennung. Anhand typischer Transaktionsmuster ließen sich mit Hilfe von CEP beispielsweise Kreditkartenbetrüger aufspüren. Herkömmliche Werkzeuge für Business Intelligence (BI) griffen in solchen Szenarien zu kurz, erläuterte Gartner-Experte Roy Schulte: "Event-Processing-Tools können Muster erkennen, die traditionelle Werkzeuge nicht sehen." Insofern sei Complex Event Processing auch als natürliche Erweiterung von BI zu verstehen.

Unter dem Schlagwort "The Next Application Platform" hatte erst kürzlich auch Oracle seine Vorstellung von SOA 2.0 präsentiert. Demnach muss sich zur Serviceorientierung derzeitiger Lösungen eine ausgeprägte Ereignisfähigkeit in Form von echtzeitfähigen Komponenten gesellen. Die zeitnahe Reaktion auf Ereignisse habe in einer SOA oberste Priorität, erklärte Oracle-Manager Thomas Kurian auf der Entwicklerkonferenz JavaOne im Mai. Als Anwendungsbeispiel nannte er unter anderem die Überwachung von Lieferketten, wo Störungen im Warenfluss eine sehr schnelle Reaktion erfordern. (wh)