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Gartner: PC-Virtualisierung wird das nächste große Ding

09.08.2004
In den nächsten fünf Jahren soll PC-Virtualisierung sich auf breiter Front durchsetzen. IT-Abteilungen können Endanwendern dann eine "Spielwiese" und eine sichere Umgebung parallel anbieten.

Die Analysten von Gartner erwarten, dass Virtualisierung die Technik ist, die den PC in den nächsten zehn Jahren am stärksten verändern wird. Der Unternehmens-Desktop werde durch die Entkopplung von Hard- und Software revolutioniert, die den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Betriebssysteme erlaube. IT-Abteilungen könnten damit effizientere Support-Richtlinien etablieren, kosteneffektivere Outsourcing-Verträge für den Support abschließen und beim PC-Einsatz die Total Cost of Ownership (TCO) senken, glauben die Auguren. Gleichzeitig werde die Virtualisierung die PC-Industrie "dramatisch umwälzen", die Produktdifferenzierung aufheben und die Hersteller dazu zwingen, nur mehr über Service und Preis zu konkurrieren.

Die Virtualisierungssoftware müsse dazu weiterentwickelt werden, um Probleme bei der Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit zu beheben, und werde Änderungen bei der PC-Softwarelizenzierung erfordern. Sie sei aber kein weit hergeholtes Szenario. "PC-Virtualisierung wird sich in den kommenden fünf Jahren auf breiter Front durchsetzen", so Gartners Vice President Brian Gammage. "Die Technik wird für Nischenanwendungen schon seit einer Reihe von Jahren genutzt, breite Branchenunterstützung von etwa Microsoft und Intel wird ihr aber schnell in den Mainstream verhelfen. Für die PC-Hard- und Softwarehersteller sowie die IT-Dienstleister wird dies weit reichende Auswirkungen haben."

Entscheidender Vorteil der Virtualisierungstechnik beim Einsatz in Unternehmen ist laut Gartner die Möglichkeit, den Endanwendern zwei verschiedene Umgebungen anzubieten - eine "Spielwiese", auf der sie tun und lassen könnten, was sie wollten (beispielsweise nach Gutdünken Software und Peripherie installieren), und außerdem eine wohl bekannte, in der die IT-Abteilung sicher geschäftskritische Anwendungen einspielen könne. Die EDV behalte damit volle Kontrolle über die Netzsicherheit, gleichzeitig dürften die Nutzer Anwendungen installieren, die ihre Effektivität und Effizienz steigerten, ohne die ohnehin schon belagerten Support-Leute über Gebühr zu belasten. (tc)