Geschäftsprozesse

Gartner nennt fünf BPM-Trends

Wie sich Business-Process-Management (BPM) bis zum Jahr 2014 anwendungs- und produktseitig entwickeln wird, hat Gartner jetzt im Vorfeld seines für März geplanten BPM Summit prognostiziert.

Für Gartner ist Business-Process-Management eine Management-Disziplin, die in Prozessen Werte sieht, die einen unmittelbaren Beitrag zur Unternehmens-Performance leisten. Bislang liege der BPM-Fokus jedoch meist noch auf routinemäßig, vorhersagbar und sequenziell ablaufenden Prozessen. "Wer künftige Herausforderungen des Marktes erfolgreich meistern will, muss breiter angelegte, über die Unternehmensgrenzen hinausreichende Prozesse ins Visier nehmen", sagt Gartner-Analystin Janelle Hill. Das bedeute aber auch, dass man es mit komplexeren, zunehmend unstrukturierten und dynamischeren Prozessen zu tun habe. Neben den Anwendern müssten auch die Hersteller von BPM-Werkzeugen diesen Trend verstärkt aufgreifen.

1. Kundenbezogene Prozesse

Die speziell auf Kunden ausgerichteten Prozesse sind stark von den Erfahrungen mit den jeweiligen Geschäftspartnern geprägt. Hier gilt es, das Wissen um einen Kunden und dessen Bedürfnisse in einem Prozess individuell zu adaptieren - und zwar möglichst kurz, nachdem es entstanden ist. Derzeit könnten Prozesse zwar proaktiv verändert werden, dies sei aber nur ein Zwischenschritt, so Gartner. Ziel sei es, sich selbst justierende Prozesse auf Basis von kundenspezifischen Mustern einzuführen, sei es zu Vorlieben oder Nachfragetrends, um nur einige Beispiele für solche Patterns zu nennen.

Bis zum Jahr 2012 sollen sich 20 Prozent der kundenorientierten Prozesse auf Basis von Verhaltensmustern dynamisch assemblieren und adaptieren lassen. Anwender sollten bei der Auswahl ihrer BPM-Werkzeuge auf eine entsprechend unterstützende Technik achten beziehungsweise die Hersteller bereits installierter BPM-Tools in diese Richtung drängen. Gartner empfiehlt, die Werkzeuge zunächst im Rahmen von kleinen Projekten zu erproben.

2. Dynamisches BPM

Die Analysten sehen den Trend zu mehr Dynamik im Business-Process-Management allerdings nicht nur im Segment kundenorientierter Prozesse. Diese Fähigkeit sei für Unternehmen generell wichtig, ab dem Jahr 2013 sogar verpflichtend. Hintergrund sei der zunehmende Druck, den Firmen zu spüren bekommen, wenn sie die für eine Prozessänderung benötigten Reaktionszeiten nicht deutlich verkürzen. Allerdings bergen dynamische Modifikationen in Geschäftsabläufen auch ihre Gefahren. Denn der Vollzug von Änderungen (Changes), sei es in Prozessen oder in Teilen der dahinterstehenden Artefakte wie Regeln, ist heute nicht mehr allein Sache des technischen Personals. Seitdem verstärkt auch die Fachabteilungen in die Prozessmodellierung einbezogen werden, entstehen solche Changes an vielen Stellen. Um hier nicht im Chaos zu enden, sind Mechanismen gefragt, über die sich Veränderungen koordiniert in ein System einpflegen lassen. Laut Gartner eignet sich dafür die Betrachtung nach Geschäftsvorfällen beziehungsweise Events. Unternehmen sollten sorgfältig analysieren, welche Events im Rahmen eines strukturierten Prozesses stattfinden und welche zu außergewöhnlichen Prozessänderungen (Ad-hoc-Changes) führen können.

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