Gartner nennt die zwölf SOA-Todsünden

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Aus zahlreichen Projekten hat das Marktforschungs- und Beratungshaus Gartner zwölf typische Fehler beim Aufbau einer SOA identifiziert. Gartner-Analyst Massimo Pezzini verrät, wie die häufigsten Fehler zu vermeiden sind.

Agilität, Wiederverwendung von Softwaremodulen und geringere IT-Kosten gehören zu den potenziellen Vorteilen einer ausgereiften Service-orientierten Architektur SOA. Doch auf dem Weg dorthin müssen Unternehmen erhebliche technische, organisatorische und politische Hürden überwinden. Gartner-Analyst Massimo Pezzini erläutert die typischen Fehler in diesem Prozess und gibt Empfehlungen, wie sie sich vermeiden lassen (siehe auch: Die größten SOA-Hürden).

Mehr zum Thema Service-orientierte Architekturen finden Sie im SOA-Expertenrat der COMPUTERWOCHE.

Fehler 1: SOA im Überfluss

Viele Unternehmen setzen SOA-Services mit technischen Funktionen gleich, wie sie etwa in Form von Corba- oder Java-Komponenten gebräuchlich sind. Daraus entsteht nicht selten eine große Menge an Services, die sich kaum mehr mit dem Business-Modell der Kernanwendungen in Einklang bringen lässt. Gekennzeichnet sind solche Umgebungen durch Repositories voller Services, umfangreiche Dokumentationen und eine breite Palette neuer Tools und Middleware. Wesentliche SOA-Ziele wie Agilität, inkrementelle Software-Versionen oder Mehrfachverwendung lassen sich in diesem Szenario nicht erreichen.

Empfehlung:

Definieren Sie den Entwurf von SOA-Services als eigenständigen Schritt im Softwaredesign-Prozess. Orientieren Sie sich beim Zuschneiden von Services an Business-Funktionen statt an technischen Modulen (siehe dazu auch: Wie granular müssen SOA-Dienste sein?).