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Gartner fordert stärkere Modularisierung von Geschäftsapplikationen

03.11.2004

Nach Einschätzung des Marktforschunginstituts Gartner müssen die Anbieter von Business-Software künftige kleinere Pakete für ihre Kunden schnüren. Anwender seien heute gezwungen, die eigenen Organisationen und Prozesse zügig an die sich rasch ändernden Gegebenheiten im Markt anzupassen. Die großen monolithischen Softwareblöcke, die derzeit im Einsatz sind, seien jedoch zu schwerfällig und zu komplex, um damit flexibel reagieren zu können.

Jahrelang hätten Unternehmen auf Geschäftsveränderungen mit neuen Techniken und neuen Applikationen reagiert, erläuterte Peter Sondergaard, Forschungsleiter von Gartner. Mit dieser Entwicklung hätten sich jedoch die Zyklen für IT-Veränderungen in die Länge gezogen, während gleichzeitig die Geschäftszyklen immer kürzer würden. Anbieter wie SAP, Microsoft oder Oracle müssten ihren Kunden daher künftig kleinere Stücke Software offerieren, die sich schnell implementieren ließen. Außerdem müssten die Softwarehersteller in diesem Szenario der kleinen Softwarepakete sicherstellen, dass die einzelnen Module mit der Software anderer Anbieter reibungslos funktionierten. Statt jahrelanger Mammutprojkete werde es künftig kurze fokusierte Softwareimplementierungen oder Anpassungen exisitierender Systeme geben, so die Prognose von Gartner.

Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg. Einzelne Softwareanbieter haben zwar entsprechende Strategien angekündigt, stehen aber noch am Anfang dieses Weges. So hat beispielsweise SAP mit der Enterprise Service Architecture (ESA) eine stärkere Modularisierung der Business-Software angekündigt. Allerdings werde es den SAP-Verantwortlichen zufolge noch bis zum Jahr 2007 dauern, bis alle Programme entsprechend modifiziert seien. (ba)