Projekt-Management

Gartner fordert einen Masterplan für BI

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Eine erfolgreiche Unternehmenssteuerung ist ohne Business-Intelligence-Tools für Berichte und Analysen nicht mehr denkbar. Doch fehlt es oft an einer klaren Strategie bei ihrer Einführung.

Wenn Unternehmen heute sagen sollen, welche Bedeutung Software und Verfahren für Business Intelligence (BI) für sie haben, so verleihen sie ihnen gern das Attribut "strategisch". Dennoch bleiben viele BI-Lösungen Stückwerk. Sie erfassen und beurteilen nur einen Teil der vorhandenen Geschäftsinformationen, die Unternehmen brauchen, um auf Marktbewegungen und finanzielle Fehlentwicklungen reagieren zu können.

Hier lesen Sie …

  • warum eine BI-Infrastruktur nicht nur ein Kostenblock ist;

  • welche Erfahrungen Unternehmen bei der Umsetzung einer zentralen BI-Organisation gesammelt haben;

  • wie sich der BI-Markt entwickelt.

Frank Buytendijk, Research Vice President Gartner: Wer im Geschäft bleiben will, kann auf BI nicht mehr verzichten.
Frank Buytendijk, Research Vice President Gartner: Wer im Geschäft bleiben will, kann auf BI nicht mehr verzichten.

Firmen, die BI nicht systematisch angehen, setzen ihre geschäftliche Grundlage aufs Spiel, mahnten jetzt die Marktforscher von Gartner auf dem siebten "Business Intelligence Summit" in London. Fortschrittliche Unternehmen nutzen BI als Treiber für Innovationen - so die Botschaft an die rund 700 Teilnehmer aus Industrie und Anwenderunternehmen.

Obwohl Anwender mehr in BI investieren wollen und die Lizenzumsätze der Hersteller entsprechend steigen (siehe Kasten "CIOs favorisieren Business Intelligence") ,vermisst Frank Buytendijk, Research Vice President bei Gartner, in vielen Unternehmen eine konsistente und von allen involvierten Mitarbeitern verstandene BI-Strategie. So wollten CIOs vor allem eine Infrastruktur schaffen, die die Organisation und das Geschäftsmodell unterstützt. Finanzvorstände verlangten hingegen Instrumente und Funktionen zur Unternehmenssteuerung. Fachabteilungen interessierten sich in erster Linie für analytische Anwendungen, die ihnen bei ihrer täglichen Arbeit helfen. Als Folge dieses Interessenkonflikts entstanden die oft bemängelten Insellösungen, die wenig Transparenz in unternehmensweite Zusammenhänge bringen und als Kostentreiber gelten.

CIOs favorisieren Business Intelligence

Laut einer internationalen Umfrage von Gartner unter 1400 Chief Information Officers (CIOs) will die Mehrheit von ihnen dem Einsatz von BI-Technik 2006 die höchste Priorität einräumen. Damit verbunden sei eine Aufstockung des Budgets um durchschnittlich 4,9 Prozent. Zudem gehen die Analysten davon aus, dass in den nächsten Jahren auch die weltweiten Lizenzumsätze mit BI-Software weiter steigen. Sie würden sich bis 2009 um durchschnittlich 7,8 Prozent pro Jahr erhöhen. Für 2006 erwartet Gartner ein Umsatzvolumen von 2,5 Milliarden Dollar. Das wären sechs Prozent mehr als im Vorjahr.