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Gartner erwartet steigende Investitionen in der Chipbranche

11.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gartner schätzt, dass die Chiphersteller ihre Investitionen 2003 erstmals wieder erhöhen. Nachdem ihr Gesamtbudget im vergangenen Jahr um 38 Prozent geschrumpft war, prognostiziert die Marktforschungsgesellschaft in einer aktuellen Studie, dass die Unternehmen ihre Ausgaben 2003 gegenüber dem Vorjahr um 7,9 Prozent auf 29,9 Milliarden Dollar erhöhen. Im kommenden Jahr sollen die weltweiten Investitionen um 37,4 Prozent auf 41 Milliarden Dollar anwachsen. Es gebe Hinweise darauf, dass die Chipindustrie sich von ihrer Warteposition wegbewege und wieder in die Zukunft blicke, so die Auguren. Im regionalen Vergleich sollen insbesondere die japanischen Unternehmen ihre Investitionen steigern: Dort erwarten die Marktbeobachter in diesem Jahr eine Budget-Erhöhung um 25 bis 30 Prozent. Auf der Produktseite sieht Gartner insbesondere DRAM-Hersteller wie Samsung auf der Überholspur.

Grund sei die wachsende Chipnachfrage und die damit verbundene steigende Auslastung der bestehenden Fertigungsanlagen. Gartner prognostiziert, dass die Nutzung der Fabriken bereits im Anfangsquartal 2004 die kritische Marke von 90 Prozent überschreiten soll - für Hersteller ein Warnsignal für drohende Lieferengpässe. Bei den Auftragsfertigern setze diese Entwicklung bereits ein Quartal früher ein, so die Auguren. Dennoch rechnet Gartner, dass Firmen wie Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) oder United Microelectronics ihr Vorjahresbudget 2003 noch beibehalten. Von der steigenden Investitionstätigkeit sollen vor allem die Anbieter von Chipfertigungsequipment profitieren. (mb)