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Gartner erwartet Boom für Offshore-BPO

08.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Betrieb von Back-Office-Funktionen westlicher Unternehmen in preisgünstigen Offshore-Regionen wird nach Einschätzung der Marktforscher von Gartner in diesem Jahr ein Marktvolumen von 1,8 Milliarden Dollar erreichen. Die Auslagerung von Funktionen wie Callcenter-Management oder Abwicklung finanzieller Transaktionen in Länder wie China, Fernost und vor allem Indien würde damit um 38 Prozent zunehmen im Vergleich zu 1,3 Milliarden Dollar im Jahr 2002.

In diesem Jahr gab es bereits mehrere größere Abschlüsse, unter anderem hatte die BT Group die Verwaltung ihrer Contact Center in den kommenden fünf Jahren für 160 Millionen Dollar an HCL Technologies aus Neu Delhi vergeben. Speziell die großen indischen Softwarehäuser wie Tata Consultancy Services oder Wipro haben ihre BPO-Fähigkeiten (Business Process Outsourcing) ausgebaut; Perot Systems übernahm vergangene Woche den auf das Gesundheitswesen spezialisierten indischen Dienstleister Vision Ltd. Der indische BPO-Umsatz soll von knapp einer Milliarde Dollar im Vorjahr auf heuer 1,2 Milliarden Dollar wachsen und damit zwei Drittel des weltweiten Offshore-BPO-Markts ausmachen.

Insgesamt aber macht das Offshore-Volumen, das Gartner auf 1,5 Prozent des Gesamtmarkts schätzt, nur einen kleinen Teil der gesamten BPO-Einnahmen aus. Das dürfte sich aber mittelfristig ändern: Bei einer Umfrage unter 250 BPO-Kunden in den USA gaben im April erst ein Prozent an, Prozesse offshore zu vergeben. Für die kommenden zwei Jahre erwägen dies aber bereits 19 Prozent. (tc)