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Gartner erwartet BI-Aufschwung

09.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Gartner werden Unternehmen ihr in Sachen Business-Intelligence (BI) versiertes Personal bis zum Jahr 2008 verdreifachen müssen. Denn sie müssen groß angelegte BI-Projekte stemmen. Das ergab eine Studie, die Gartner in dieser Woche anlässlich seines "Business Intelligence Summit" in Chicago vorgestellt hat. Im Rahmen der Untersuchung wurden 900 Firmen aller Größenordnungen in Nordamerika, Europa (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) und dem asiatisch-pazifischen Raum (China, Japan und Australien) zu ihren BI-Gepflogenheiten befragt.

Ein genereller Mangel an BI-Know-How sowie etablierten Best-Practices erachtet Gartner als größte Barriere für die BI-Akzeptanz in Unternehmen. Eine weitere Hürde - insbesondere in diesbezüglich unreifen Märkten wie dem asiatisch-pazifischen Raum - stellen nach Ansicht der Experten die hohen BI-Gesamtkosten dar. Nach Meinung von Howard Dresdner, Vice President bei Gartner, werden BI-Implementierungen durch unzureichende Kompetenz in den Firmen erschwert, was wiederum eine Erhöhung der Total Cost of Ownership (TCO) zur Folge habe. "Nicht nur die BI-Techniken müssen einfacher werden, auch die Unternehmen müssen hier etwas tun und mehr Leute an Bord holen, die etwas vom Aufbau eines Data Warehouse und entsprechenden Programmen zur Sicherung der Datenqualität verstehen", gibt Dresdner zu bedenken.

"Wir erwarten, dass die Investitionen in BI in diesem Jahr höher ausfallen werden als 2004", so der Gartner-Experte. Laut seiner Definition umfasst der Begriff "BI" Unternehmenssoftware mit SQL-Abfrage, Olap-Analyse und Reporting-Tools, nicht aber kritische Infrastrukturkomponenten wie ETL. Der Umfrage zufolge haben nahezu 40 Prozent der amerikanischen Unternehmen vor, heuer mehr Geld für BI auszugeben. Weitere 35 Prozent planen zumindest Investitionen in der Höhe des Vorjahrs. Ferner ergab die Studie, dass die Firmen nicht mehr wie bisher primär auf bereits geschnürte BI-Pakete setzen, sondern zu einer ausgewogenen Build-and-Buy-Mischung tendieren. Etwa 20 Prozent der Befragten haben mittlerweile BI-Competence-Centers aufgebaut, um ihre dahin gehenden Initiativen in den Griff zu bekommen. Bis zum nächsten Jahr dürften dies nach Einschätzung von Gartner doppelt so viele Firmen tun. (kf)