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Gartner: Der Markt für Integrationssoftware bleibt unter Druck

08.11.2005
Der Markt für Application Integration, Middleware und Portal-Software (AIM) wird bis zum Jahr 2009 nur geringe Zuwachsraten aufweisen, prognostiziert das Marktforschungs- und Beratungshaus Gartner.

Nach dem heftigen Einbruch im Jahr 2002 hat sich der weltweite AIM-Markt langsam erholt, berichtete Analyst Fabrizio Biscotti auf dem jährlichen Gartner Symposium ITxpo in Cannes. Lag das Umsatzwachstum mit neuen Lizenzen 2004 noch bei 2,5 Prozent, können sich die Anbieter im laufenden Jahr über eine Steigerung von 4,3 Prozent freuen. Doch schon ab 2006 sinken die Wachstumsraten wieder: Im Zeitraum von 2004 bis zum Jahr 2009 sei mit einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von lediglich 2,7 Prozent zu rechnen.

Der AIM-Markt bleibt unter Druck, erläuterte Biscotti. Der harte Wettbewerb führe zu einer weiteren Konsolidierung, die vor allem zu Lasten kleinerer Anbieter gehe. Die Übernahme von Seebeyond durch Sun Microsystems sei nur ein Beispiel von vielen, weitere würden folgen. Zu schaffen mache den Anbietern insbesondere der Preisdruck, nicht zuletzt hervorgerufen durch Open-Source-Software wie den Application Server Jboss. Die lahmende Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten drücke nach wie vor die IT-Budgets. Unter der Wachstumsschwäche bei den gesamten IT-Ausgaben leide das AIM-Segment in besonderem Maß, so der Gartner-Experte. In einem hoch komplexen Technikmarkt seien etliche Anwenderunternehmen zudem noch immer skeptisch, welchen Wertbeitrag die Integrationsprodukte der Hersteller liefern; der viel zitierte Return on Investment (RoI) lasse sich oft nur schwer nachweisen.

Unterdessen sind große Player wie IBM, SAP, Oracle und Microsoft dabei, ihr Portfolio zu umfassenden "Megasuites" auszubauen, beobachtet Biscotti. Ihr Ziel sei es, den kompletten Softwarestack zu kontrollieren. Für die Anwender ergäben sich daraus nicht nur Vorteile. Wie schon in anderen Marktsegmenten drohe eine Herstellerabhängigkeit, die einen Wechsel der Plattform teuer oder unmöglich mache. (wh)