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Gartner-CEO: "Traumbedingungen für IT-Käufer"

08.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Ansicht von Gartner-CEO Michael Fleisher herrschen aufgrund der derzeitigen Überkapazitäten bei den Herstellern ideale Voraussetzungen für IT-Käufe. Die CIOs müssten daher zuschlagen und mit den verschreckten Anbietern Verträge zu noch günstigeren Konditionen aushandeln, erklärte der Chef der Marktforschungsfirma in seiner Keynote auf der diesjährigen Gartner Itxpo. Sie haben das unbeschreibliche Glück, sich im besten Markt für Technologiekunden zu befinden, verkündete Fleisher den Kongressbesuchern.

Die Möglichkeit, von den Tiefpreisen zu profitieren, stehe aber nicht unbegrenzt zur Verfügung, so Fleisher, sondern werde in den nächsten zwölf bis 24 Monaten wieder verschwinden. Gleichzeitig hänge der Erfolg der CIOs in den kommenden Jahren davon ab, wie gut die derzeitigen Chancen genutzt werden.

Das Glück der IT-Entscheider ist das Pech für die IT-Firmen, die weiterhin mit sinkenden Preisen, Marktkonsolidierung und der rückläufigen Nachfrage zu kämpfen haben. Fleisher sieht auch im nächsten Jahr noch keine breite Erholung der IT-Branche. Er wiederholte daher seine Prognose vom Vorjahr, dass bis 2004 rund die Hälfte aller namhaften IT-Anbieter verschwinden werden - entweder durch Pleiten oder Übernahmen.

Nach Einschätzung von Gartner Dataquest sollen die IT-Ausgaben in diesem Jahr nur um 3,4 Prozent über dem Vorjahr liegen (Computerwoche online berichtete). Für das kommende Jahr rechnen die Auguren mit einem Wachstum von sieben Prozent weltweit. Die IT-Branche ist damit meilenweit von der Marktdynamik der 90er Jahre entfernt, als Zuwachsraten von 25 Prozent jährlich die Norm waren. Der Gartner-Chef ermahnte daher die IT-Industrie, sich mit einem Wachstum von maximal zehn Prozent per annum abzufinden: Realität und nicht Wunschdenken müsse das Verhalten der IT-Verkäufer lenken, wenn diese in der derzeitigen Marktsituation Erfolg haben wollen. Dazu zähle etwa, den IT-Entscheidern mit konkreten Zahlen vorzuführen, welchen Geschäftswert ihre Angebote aufweisen. Dies sei umso wichtiger, da nun mehr und mehr CIOs direkt an die Unternehmensführung berichten, stellte

Fleisher fest. In einer Befragung fand Gartner vor kurzem heraus, dass aktuell fast die Hälfte aller CIOs ihre Zahlen der Unternehmensführung vorlegen, mehr als 80 Prozent rechnen damit ab 2005. (mb)