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Gang of Five will vor Oscar- und Grammy-Verleihung Raubkopierschutz regeln

07.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel, Nokia, Samsung, Toshiba und Matshushita wollen Anfang Februar 2004 eine neue Initiative präsentieren, die Möglichkeiten zum Schutz vor Raubkopierern darlegt. Mit ihrer Aktion treten die Gruppenmitglieder gegen ähnliche Projekte an, wie sie vor allem Microsoft mit dem Windows Media Rights Manager oder das Konsortium Content Reference Forum (CRF) vorgestellt haben. Zu CRF gehören neben Microsoft noch der japanische Telco-Riese Nippon Telegraph and Telephone (NTT), die Universal Music Group, Verisign und andere.

Die Gruppe der fünf Unternehmen aus der IT- und Unterhaltungsbranche planen ein System, das verhindern soll, Musik-, Video- und Softwareprodukte unbefugt zu kopieren. Das Konsortium will insbesondere die Filmbranche in Hollywood und die Musikindustrie davon überzeugen, dass es nicht allein darum geht, deren Produkte vor Raubzukopien zu schützen. Vielmehr wollen Intel, Nokia, Samsung, Toshiba und Matshushita auch Vorschläge machen, wie man die Urheberrechte vor dem Hintergrund eines zunehmend anschwellenden Angebots von Handhelds und "intelligenten" Handys mit vielfältigsten Abspielmöglichkeiten für Audio- und Videodateien wahren kann. Das Konsortium, das sich "Project Hudson" nennt, hat sich als Zeitpunkt für die Veröffentlichung seiner Vorschläge mit Anfang Februar 2004 einen Termin ausgesucht, der noch vor der Verleihung der Oscars und der Grammys liegt. Dies sind die beiden wichtigsten Veranstaltungen der Film- und Musikbranche. Ziel soll sein, nicht

einfach Mechanismen zu entwickeln, die Raubkopierern das Leben schwer machen. Vielmehr sollen Standards für die gesamte Industrie festgelegt werden, die eine kontrollierte Weitergabe der digital vorliegenden Video- Audio- und Softwaredateien ermöglichen. Auf diese Weise wäre sowohl der Industrie als auch den Konsumenten geholfen.

Standards will auch die CRF-Gruppe entwickeln. Auch hier ist das Ziel, digitale Inhalte über unterschiedlichste Plattformen und mit verschiedenen Techniken verteilen zu können. CRF hat seine Vorstellungen Ende 2003 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Daneben hat auch Microsoft seit längerem einen Alleingang gestartet, um des Themas Raubkopien Herr zu werden. Mit dem Windows Media Rights Manager (WMRM) will das Softwarehaus eine Technik anbieten, die die erlaubte Verteilung von Video-, Audio- und Softwaredateien ermöglicht. Microsoft kann mit WMRM aber noch nicht an den Markt, weil es möglicherweise selbst Patentrechte verletzen würde. So jedenfalls reklamiert es die kleine Firma Intertrust, die geistiges Eigentum an der Technik behauptet. Intertrust war Ende 2002 von Sony und Philips gekauft worden. Die Patentstreitigkeiten mit Microsoft sind noch im Gange, WMRM ist also momentan noch keine Alternative. (jm)