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Fußball-EM: Vorgezogener Start von HDTV gefordert

30.01.2008
Von pte pte
Während der Absatz HD-fähiger TV-Geräte kontinuierlich in die Höhe klettert, zögern die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten mit der Einführung von HDTV, kritisiert der Bitkom-Verband. Im Hinblick auf die Fußball-EM sollte die Einführung von hochauflösendem Fernsehen vorgezogen werden.

Derzeit ist der Start von HDTV bei ARD und ZDF mit den Olympischen Winterspielen im Februar 2010 geplant. "Die öffentlich-rechtlichen Anstalten spielen bei der Verbreitung von HDTV eine entscheidende Rolle", streicht auch Christian Garrels, Sprecher der ProSiebenSat1 Produktion, im Gespräch mit pressetext hervor. Die Sender ProSieben und Sat1 haben bereits im Oktober 2005 begonnen, HD-Inhalte auszustrahlen. Blockbuster, Premium-Serien sowie Sportprogramme können von den TV-Konsumenten in hochaufgelöster Qualität empfangen werden. Der Rest des Programms werde hochskaliert, wodurch auch mit dem Standardsignal bereits eine Qualitätsverbesserung zu sehen ist, erklärt Garrels. "Wir senden derzeit einen Anteil von 20 bis 25 Prozent der Primetime-Inhalte in HD und sind bemüht, diesen Wert laufend zu erhöhen." Hier seien jedoch gemeinsame Anstrengungen von Produzenten, Anbieter sowie Distributoren gefragt, um den Anteil an HD-Programm zu verbessern, so Garrels.

Insgesamt werden nach Bitkom-Angaben Ende 2008 voraussichtlich rund 1,4 Millionen Haushalte gelegentlich HD-Bilder schauen. Zusätzlich zu diesen aktiven HD-Haushalten wird es über fünf Millionen "passive" HD-Haushalte geben, die zwar über die Technik verfügen, sie aber in keiner Form nutzen. Der Anteil aller HD-Haushalte in Deutschland wird damit rund 17 Prozent betragen und bis 2009 auf rund 30 Prozent beziehungweise bis 2010 auf 47 Prozent steigen. Aus diesem Grund wäre ein früherer Start zur Fußball-EM 2008 wünschenswert, ebenso ein regelmäßiger Betrieb ab 2009, so der Verband in einer Aussendung.

"Wir sehen die Dynamik des Marktes", sagt ARD-Sprecher Peter Meyer auf Anfrage von pressetext. Allerdings sei die Marktdurchdringung mit HD-fähigen Empfangsgeräten und damit die Relevanz der Technologie noch zu gering, begründet Meyer das Festhalten an den ursprünglichen Plänen. "Schließlich darf man auch nicht vergessen, dass es sich bei den Investitionen um Gebührengelder handelt", so Meyer. Die HDTV-Vorbereitungen laufen indes wie geplant und es sei natürlich möglich, dass vor 2010 noch entsprechende Test und Piloten durchgeführt werden, bemerkt der ARD-Sprecher.

Im Rahmen seines Vorschlages verweist der Bitkom auf die Nachbarländer Österreich und Schweiz. Dort planen die öffentlich-rechtlichen Sender den Angaben zufolge die Übertragung der EM-Spiele in HD-Qualität. Außerdem würden sich die Gerätehersteller einen klaren Zeitplan der Sender wünschen, wie und wann sie auf Übertragungen im HD-Format umstellen werden, so der Branchenverband. (pte)