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Fusionsfieber hat sich abgekühlt

16.12.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Gesamtvolumen von Firmenübernahmen und Fusionen hat sich weltweit gegenüber dem Jahr 2001 auf rund 996 Milliarden Dollar nahezu halbiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Auch in Deutschland sei das Fusionsfieber gesunken, allerdings nicht so stark wie in anderen Regionen. Der deutsche Markt gelte unter ausländischen Investoren noch als relativ attraktiv. Ausländische Unternehmen kauften in Deutschland Firmen oder Beteiligungen für 41 Milliarden Dollar. Gleichzeitig engagierten sich deutsche Unternehmen mit 38 Milliarden im Ausland. In beiden Statistiken nehmen die Deutschen Rang drei ein. Den Höhepunkt der Akquisitionswelle verzeichnete die Wirtschaft im Jahr 2000, als das Volumen weltweit mehr als drei Billionen Dollar betrug. Doch seitdem sind die Unternehmen vorsichtiger geworden. "Große Deals finden kaum noch statt, weil die Gefahr

teurer Fehlinvestitionen als sehr hoch eingeschätzt wird", sagte Thomas Ehren, Leiter von KPMG Corporate Finance in Deutschland, gegenüber der "Financial Times Deutschland". Besonders deutliche Einbrüche hätten vor allem die IT- und die Finanzdienstleistungsbranche zu verzeichnen. Dagegen wuchs das Handelsvolumen in der Transport - und Logistikindustrie sowie bei den Ver- und Entsorgern. Zurückzuführen ist dies auf die weitere Liberalisierung der Branchen. (rs)