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Fusionierte Freenet will Marktposition ausbauen

09.03.2007
Der aus der Fusion von freenet.de und mobilcom entstandene Telekomanbieter Freenet will seine Marktstellung mit neuen Produkten ausbauen.

"Wir werden uns als einer der führenden alternativen Anbieter nach der Deutschen Telekom positionieren", sagte Vorstandschef Eckhard Spoerr am Donnerstag in Hamburg. Wachstumschancen sieht er in allen drei Geschäftsbereichen Festnetz, Internet und Mobilfunkfunk, wobei er vor allem im DSL-Geschäft und dem mobilen Internet mit einem kräftigen Zuwachs rechnet.

Die mobilcom-Gruppe war durch die Verzögerung der Fusion gegenüber einigen Konkurrenten ins Hintertreffen geraten. So gewann der Festnetzbereich freenet.de zwar rund 100.000 Breitbandkunden pro Quartal, wuchs damit aber langsamer als Arcor oder United Internet. Der Mutterkonzern mobilcom litt unter dem Preisverfall und dem harten Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt.

Nach der Eintragung der Verschmelzung ins Handelsregister, wodurch die Transaktion faktisch besiegelt wurde, schaltet Spoerr nun auf Angriff. Auf der in der kommenden Woche startende Technikmesse CeBIT präsentiert das Unternehmen neue günstige Tarife sowie Bündelangebote aus Internet und Mobilfunk. Durch einen neuen Markenauftritt will das im TexDAX notierte Unternehmen zudem neue Kundengruppen ansprechen. "Freenet wird der Universal-Anbieter rund um Festnetz, Internet und Mobilfunk", sagte Spoerr. Der Markenname mobilcom bleibt für das Handy-Geschäft bestehen. Die Freenet AG hat nach eigenen Angaben mehr als fünf Millionen Mobilfunkkunden und über 1,1 Breitbandkunden unter Vertrag.

Spoerr erwartet durch den Zusammenschluss Einsparungen etwa bei den IT-Systemen und Einkauf, deren Höhe er nicht bezifferte. Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei nicht geplant, sagte er. "Wir rechnen nicht mit fusionsbedingten Kündigungen." Sollten sich allerdings die Märkte verändern, dann seien Einschnitte nicht ausgeschlossen. Das Unternehmen beschäftigt 3600 Mitarbeiter in der Büdelsdorfer Zentrale und an den Standorten Hamburg, Erfurt, Kiel und Berlin. Eine Schließung von Vertretungen sei nicht beabsichtigt.

Beim Ausbau ihres Geschäfts setzten die Büdelsdorfer auch auf Akquisitionen. "Wir halten die Augen offen", sagte Spoerr. Neben den eingeführten Bereichen Festnetz, Handy und Internet zeigte er Interesse an Unternehmen, die im Unterhaltungsbereich aktiv sind. Laut früheren Angaben hat freenet rund eine halbe Milliarde Euro für Zukäufe in der Kasse. Vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen die Übernahme des Privatkundengeschäfts von Tiscali Deutschland abgeschlossen. Von den übernommenen 380.000 Kunden sind nach Spoerrs Angaben ein Drittel DSL-Nutzer.

Für den Fall, dass Freenet keine geeignete Akquisitionsmöglichkeit findet, schloss Spoerr die Zahlung einer Sonderdividende nicht aus. "Ich habe keine Problem, Geld an die Aktionäre auszuschütten oder Aktien zurückzukaufen." Nach früheren Angaben aus Finanzkreisen hatte der Finanzinvestor Texas Pacific Group (TPG), der mit knapp 19 Prozent größter Aktionär der neuen Gesellschaft ist, auf eine Sonderausschüttung gedrängt. (dpa/tc)