Fusion für Ende Juni geplant

Fusion für Ende Juni geplant Phoenix und Award wollen ihr BIOS-Know-how bündeln

24.04.1998

Die beiden auf systemnahe PC-Software spezialisierten Unternehmen wollen, indem sie ihre Ressourcen zusammenwerfen, schneller auf technische Innovationen reagieren und gleichzeitig kostengünstiger wirtschaften können. Unter anderem zielt die Fusion auf die gemeinsame Arbeit an der Unterstützung des neuen 64-Bit-Chips von Intel.Wie Phoenix-CEO Jack Kay erläutert, benötigt er allein 30 Mitarbeiter, um Software für den Prozessor zu entwickeln, der den Codenamen "Merced" trägt und im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll. Daneben forciert Phoenix beispielsweise den Einsatz von Windows NT auf mobilen PCs.

Das im Entstehen begriffene Unternehmen wird voraussichtlich rund 800 Mitarbeiter beschäftigen.Die Umsätze des vergangenen Jahres addieren sich auf etwa 100 Millionen Dollar.Phoenix will Award als eine Geschäftseinheit integrieren, die weiterhin dem ehemaligen Chairman und CEO George Huang untersteht.

Die Award-Aktionäre erhalten das Angebot, ihre Anteilsscheine für jeweils 1,225 Phoenix-Papiere einzutauschen.Den jetzigen Aktienkurs zugrunde gelegt, wird das kombinierte Unternehmen über ein Kapital von 300 Millionen Dollar verfügen.

Die professionellen Auguren sehen in der Fusion ein weiteres Indiz für die Konsolidierung des IT-Marktes.Rob Enderle, Senior Analyst bei der Giga Information Group in Santa Clara, Kalifornien, äußert die Ansicht, eine solche Marktbereinigung sei "absolut notwendig für das Überleben der Unternehmen".

Doch nicht jeder Marktbeobachter stellt die positive Seite des Deals in den Vordergrund.Jim Turley, leitender Redakteur beim Industrieblatt "Microprocessor Report", beklagt, daß die Anbieter bei der Wahl des BIOS künftig eine Option weniger haben.Enderle begrüßt dagegen die Konzentration des Markts.