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Funkwerk kauft Bintec-Reste

22.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Thüringische Funkwerk AG hat rückwirkend zum 1. Mai die Bintec Access Networks GmbH übernommen und erhält somit das gesamte Anlagevermögen sowie alle Rechte der in Liquidation befindlichen Bintec Communications AG. Der ostdeutsche Spezialist für professionelle Kommunikationssysteme will durch die Akquisition seinen Geschäftsbereich Private Netze stärken und über die Bintec-Systeme künftig als Komplettanbieter von Netzlösungen für Unternehmen auftreten. Gleichzeitig verschafft sich das Unternehmen mit der französischen Bintec-Tochter Derif Zugang zu den Märkten in West- und Südeuropa. Die Höhe des Kaufpreises wurde nicht bekannt, die seit Ende 2002 zahlungsunfähige Bintec Communications AG erklärte lediglich, für die Gläubiger werde voraussichtlich eine

überdurchschnittliche Insolvenzquote zur Auszahlung kommen.

Der in Nürnberg ansässige Hersteller von Netzzugangslösungen hatte die Bintec Access Networks GmbH im Februar diesen Jahres zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs gegründet und ihr neben dem gesamten Sach- und immateriellen Vermögen auch die französische Tochter Derif unterstellt.

Funkwerk will nun die bisherige Umsatz- und Ergebnisplanung für das laufende Geschäftsjahr (Umsatz: 126 Mio. Euro, EBIT: 11 Mio. Euro) nach oben korrigieren. Bislang war das Unternehmen davon ausgegangen, 2003 bei 126 Millionen Euro Umsatz einen Gewinn von elf Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT) zu schreiben. Von der Bintec-Übernahme verspricht sich der ehemalige DDR-Staatsbetrieb nun zusätzliche Einnahmen von rund 15 Millionen Euro. (mb)