Demnächst mit Agenten- und Cluster-Technik

Fulcrum-Retrieval durchforstet das Web

05.09.1997

Über die Web-zentrierte Architektur von Knowledge Network will Fulcrum künftig einen direkten Zugriff auf unterschiedliche Datenbestände ermöglichen. Das Front-end besteht aus einem Ac- tive-X-Plug-in als Viewer, der seinerseits den Acrobat Reader enthält. Damit werden neben Web-Browser und Windows auch Exchange- sowie Outlook-Clients unterstützt. Als Toolkit stehen Objektbibliotheken sowie das Suchprogramm "Webfind" des Herstellers zur Verfügung, so daß Entwickler eine kundenorientierte Front-end-Lösung unter anderem mit Java stricken können.

Auf der Anwendungsseite bildet der Knowledge-Server das Herzstück des Systems. Er liefert die Such- und Indizierungsfunktionen, die erforderlich sind, um verteilte Informationsquellen miteinander zu verknüpfen. Der Suchservice generiert unter Berücksichtigung der Quellen und Zugriffsrechte dynamisch eine personalisierte "Knowledge Map". Die Verbindung zum Browser erfolgt in Kombination mit Net- scapes Web-Server beziehungsweise Microsofts Internet Information Server.

Knowledge Network ist als Back-Office-Anwendung zertifiziert und nutzt damit NT-Features wie Remote-Verwaltung, Leistungsmessung, Log-Auszeichnung und Software-Installation via SMS. Zusätzlich bietet Fulcrum mit "Activators" einen Server-Zugriff für Exchange, Notes, Web-Sites, Dateisysteme oder für die bislang eingesetzten Fulcrum-Searchserver-Anwendungen.

Als nächste Neuerung plant der Hersteller ab Herbst die Einführung von intelligenten Assistenten, mit denen sich die Suche im Internet automatisieren läßt. Nach dem Push-Ansatz können Endanwender oder Administratoren beispielsweise in zeitlich definierten Abständen Web-Sites nach aktuellen Informationen durchforsten.

Mit der Agenten-Technik findet auch ein Release-Wechsel von der zur Zeit aktuellen Version 2.1 auf 2.5 statt. Der nächstgrößere Sprung auf Release 3.0 ist für Anfang 1998 vorgesehen. Hierfür hat Fulcrum für rund 1,5 Millionen Mark eine in den Central Research Laboratories (CRL) entwickelte neuronale Clustering-Technik erworben. Damit lassen sich Dokumente anhand ihres Inhalts und ihrer Beziehung zueinander analysieren und automatisch in Kategorien zusammenfassen.

Ein drittes Vorhaben besteht in der Kooperation mit der französischen Firma Erli. Gemeinsam will man die Fulcrum-Software um wissensbasierte Methoden zur Suche nach sinn- oder vokalverwandten Wörtern ergänzen. Diese Features wird es zunächst nur für die französische Sprache geben, deutsche Varianten sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Fulcrum in Europa

Die europäischen Niederlassungen der in Ottawa, Kanada, ansässigen Fulcrum Inc. haben im vergangenen Jahr 35 Millionen Mark und damit rund 60 Prozent des weltweiten Geschäfts umgesetzt. Der Vertrieb erfolgt bis zu 30 Prozent direkt, der Löwenanteil entfällt auf Systempartner wie SNI, Software AG und Debis - Informix will vor allem in Europa Knowledge Netware Datablades vertreiben.