"Umfassende Restrukturierung"

Fujitsu Technology Solutions plant Stellenabbau

Thomas Cloer
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Fujitsu Technology Solutions hat ein umfassendes Neuausrichtungs- und Restrukturierungs-Programm angekündigt.
Interims-CEO Rod Vawdrey ist offensichtlich als Sanierer eingesetzt worden.
Interims-CEO Rod Vawdrey ist offensichtlich als Sanierer eingesetzt worden.
Foto: Fujitsu

FTS ist innerhalb der Fujitsu Group für die Region Kontinentaleuropa, Naher Osten, Afrika und Indien (CEMEA&I) verantwortlich. Als "strategische Antwort auf das zunehmend schwierige, wirtschaftliche Umfeld und den grundlegenden Wandel des ITK-Marktes" will Fujitsu Technology Solutions nun einer Mitteilung zufolge sein Geschäftsmodell stärker in Richtung Dienstleistungen und Lösungen ausrichten. Der Marktanteil von Fujitsu am Services- und Solutions-Markt in der Region sei relativ gering und somit ein deutliches Wachstumspotenzial vorhanden.

Der Fujitsu-Konzern hat wirtschaftliche Probleme. Für das abgeschlossene dritte Fiskalquartal meldete das Unternehmen heute einen Nettoverlust von umgerechnet 908 Millionen Dollar. Auf dem Heimatmarkt Japan läuft das Geschäft noch gut, im Rest der Welt weniger. Neben dem Europageschäft restrukturiert Fujitsu deswegen auch gleich seine Halbleitersparte Fujitsu Semiconductor Ltd und legt deren LSI-Aktivitäten mit denen von Panasonic zusammen.

Fujitsu Technology Solutions will seine jährlichen Kosten um 150 Millionen Euro senken und dazu Arbeitsplätze abbauen. Ferner sollen das Produktportfolio gestrafft und ausbalanciert und Forschung und Entwicklung sowie Produktions- und Lieferketten "noch nahtloser" mit denen der japanischen Muttergesellschaft verzahnt werden, um die Profitabilität zu erhöhen. "Fujitsu setzt den eingeschlagenen Weg fort, sich zu einem globalen Anbieter von End-to-End-Services, Solutions und Infrastruktur zu entwickeln", wird FTS-CEO Rod Vawdrey zitiert. Der Manager hatte erst im vergangenen November übergangsweise den FTS-Chefsessel von Rolf Schwirz übernommen.

Fujitsu baut weltweit 5000 Stellen ab. "Wie viele der etwa 5500 Stellen in Deutschland betroffen sind, ist noch offen. Wir sprechen jetzt mit den Arbeitnehmervertretern", sagte Vawdrey der dpa. "Wir können nicht ausschließen, dass die Restrukturierung auch das Werk in Augsburg betreffen, wo wir Server, Laptops und PCs bauen." Immerhin heißt es aber in der offiziellen Mitteilung, Ausgburg schaffe "durch seine Nähe zu den Kunden in Europa [...] einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern". In Augsburg sind etwa 1700 Mitarbeiter beschäftigt, in München 1300 und am ehemaligen Siemens-Nixdorf-Standort Paderborn 750. Der bayerische IG-Metall-Sprecher Michael Knuth sagte zum Stellenabbau: "Uns liegen noch keine konkreten Zahlen für Deutschland vor."

Erst vor einem Jahr hatte die FTS-Zentrale in München ein Sparprogramm gestartet, um die im Vergleich zur Konkurrenz enorm hohen Verwaltungskosten zu halbieren. Zugleich ist die Nachfrage nach klassischen PCs und Laptops aber weiter eingebrochen: Der Trend zu Tablets und Smartphones lässt ihre Marktanteile schrumpfen. Und wegen der weltweit schwachen Konjunktur investieren Unternehmen generell weniger in neue Geräte. (mit dpa)

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