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Fujitsu Siemens Deutschland kämpft mit dem schrumpfenden Markt

09.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der größte europäische PC-Hersteller Fujitsu Siemens Computers (FSC) rechnet hierzulande für das laufende Geschäftsjahr im günstigsten Fall mit Einnahmen auf Vorjahresniveau. Selbst damit könne sein Unternehmen die Marktanteile steigern, sagte der Deutschland-Geschäftsführer Ulrich Kemp in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland". Kemp geht davon aus, dass der hiesige Markt 2003 um fünf bis zehn Prozent schrumpft.

Deutschland ist für FSC von besonderer Bedeutung, da hier etwa die Hälfte der Gesamteinnahmen erwirtschaftet wird. Konzernchef Adrian von Hammerstein beabsichtigt, die Abhängigkeit vom Heimatmarkt zu reduzieren. Das ist laut Kemp aber gar nicht so einfach, weil die Konjunkturflaute auch im Ausland Wirkung zeigt. Deshalb steige momentan der Deutschland-Anteil sogar. Im Falle einer vorgezogenen Steuerreform könne die Markterholung hierzulande sogar vergleichsweise früh einsetzen.

Lediglich im Notebook-Bereich registriert der Deutschland-Chef derzeit Wachstum. Es reichen allerdings nicht aus, um die Einbrüche im Server-Geschäft zu kompensieren. Das Unternehmen leidet insbesondere unter seiner Abhängigkeit von Unternehmenskunden, die hierzulande für rund 80 Prozent der Gesamteinnahmen verantwortlich zeichnen. Trotz der gegenwärtigen Investitionszurückhaltung der Firmen will Kemp diesen Anteil jedoch nicht reduzieren. Es sei nahezu unmöglich geworden, im Privatkundengeschäft profitabel zu wachsen, erklärte er dem Wirtschaftsblatt. Der Deutschland-Geschäftsführer rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem leichten Gewinnanstieg. Konkrete Zahlen nannte Kemp aber nicht. (mb)