BS2000 SE

Fujitsu kombiniert /390 und x86

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Fujitsu hat heute auf dem BS2000 Mainframe Summit die nächste Generation seiner Großrechner angekündigt.

In der BS2000-SE-Serie werden erstmals die /390- und x86-Hardwaretechnologien gemeinsam in einem 19-Zoll-Standard-Rack verbaut. Auf den Markt kommen die neuen Fujitsu-Mainframes einer Mitteilung zufolge allerdings erst im zweiten Quartal 2015, ausgewählte Kunden erhalten die Systeme ab Ende dieses Jahres.

BS2000-SE-Großrechner von Fujitsu
BS2000-SE-Großrechner von Fujitsu
Foto: Fujitsu

Die neuen SE-Server ermöglichen es nach Angaben des Herstellers, herkömmliche Mainframe-Anwendungen und Anwendungen aus der sogenannten offenen Welt je nach Bedarf parallel auf unterschiedlichen und/oder gleichen Hardware-Technologien mit unterschiedlichen Betriebssystemen zu betreiben. Die SE-Serie umfasst drei Modelle, deren Server-Units unterschiedlich kombinierbar sind - SE300, 500 und 700. Die kommenden Server vereinen die Technologien der bisherigen S- und SQ-Serie und lassen sich inklusive der zugewiesenen externen Peripherie zentral managen.

Die SE300-Serie umfasst x86-Units mit Intel-Xeon-Prozessoren. Die SE700- und SE500-Linien verfügen über neu entwickelte /390-Prozessoren in "System-on-Chip"-Ausführung, die deutlich energieeffizienter als ihre Vorgänger sein sollen. Die SE-Großrechner sollen insgesamt eine deutlich gesteigerte Verarbeitungsleistung bei einem um bis zu 50 Prozent verringerten Energieverbrauch, eine hohe Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen sowie gleichzeitig niedrige Betriebskosten bieten.

"Im SE Server werden unter dem Dach eines gemeinsamen Mainframe-Managements Host-Technologie für klassische Mainframe-Lasten und x86-Technologie für Linux- und Windows-Aufgaben nebeneinander und gleichzeitig effizient gekoppelt bereitgestellt". Erläutert Rolf Strotmann, Vice President Enterprise Server & Software bei Fujitsu. "So eröffnet diese Infrastruktur einerseits den klassischen Host-Applikationen den kontrollierten und effizienten Zugang zu Windows- und Linux-Welten, während diese von den Vorteilen des Großrechner-Managements profitieren." Letztlich ergäben sich für den Kunden durch die erhöhte Flexibilität bei gleichzeitig einheitlichem Management geringere Gesamtkosten, verspricht der Mainframe-Manager.

Das Architekturkonzept der SE-Mainframes (PDF-Link) deckt laut Fujitsu unterschiedlichste Szenarien ab, etwa klassischen Mainframe-Betrieb auf /390-basierter Serverhardware, klassischen Mainframe-Betrieb auf x86-basierter Serverhardware, Hybrid-Mainframe mit /390- und x86-Technologie für integrierte oder verteilte Anwendungen, Data-Center-Konsolidierung oder Private-Cloud-Dienstleistungen.

Der neue SE Manager ermöglicht ein zentrales Web-basiertes Management der gesamten SE-Infrastruktur einschließlich der /390-basierten Server Unit, der x86-basierten Server Unit, der Net Unit, der Application Units für den Einsatz weiterer Betriebssystemwelten (Linux, Windows) sowie der Virtualisierung (zum Beispiel VMware vSphere).

Als Betriebssystem kommt BS2000 OSD/BC Version V10.0 (PDF-Link) mit erweiterter Integration von Net-Storage, Funktionserweiterungen etwa im SANCHECK und Schnittstellen und Funktionen für die Integration in bestehende IT-Landschaften zum Einsatz. Die neue Systemsoftware enthält auch die Softwarekomponente BS2IDE für die Entwicklung von BS2000-Kundenanwendungen auf Basis von Eclipse.