Office-Rechner mit 23-Zoll-Touch-Display

Fujitsu Esprimo X913-T: All-in-One-Business-PC im Test

Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Der Esprimo X913-T von Fujitsu gehört zu den All-in-One-Systemen. Die Rechnereinheit ist dabei im Fuß des Touch-Displays untergebracht. So lässt der PC platzsparend mit wenig Verkabelungsaufwand aufstellen. Unser Test offenbart die Vorzüge und Mankos des Desktop-PCs.

Gerade im Front-Office-Bereich sind Business-PCs in einem repräsentativen Design gefragt. In diesem sensiblen Kundenbereich müssen diese Rechner platzsparend und geräuscharm sein sowie besonders ansprechend aussehen. Darüber hinaus sollten sie über gute Systemleistung verfügen und wenig Energie verbrauchen. Zusätzlich verlangen die Kunden im Geschäftsumfeld, dass der Rechner besonders wartungsfreundlich ist. Der Esprimo X913-T von Fujitsu tritt an und will in unserem Test diese Kriterien erfüllen.

Mit dem Esprimo X913-T stellt der Hersteller Fujitsu einen All-in-One-PC vor, der speziell für den Einsatz in Unternehmen konzipiert wurde. Der Business-Rechner ist mit einem 23-Zoll-Screen-Zoll-Display inklusive Touch- und Full-HD-Unterstützung ausgestattet. Die Rechnerkomponenten befinden sich dabei im Gehäusefuß des Displays, sodass ein zusätzliches Rechnergehäuse überflüssig ist. Dabei soll dieser Computer den Standard-Desktop-Systemen in puncto Performance, Ausstattung und Funktionalität in nichts nachstehen. Wir haben den Fujitsu Esprimo X913-T einem Test unterzogen.

Fujitsu Esprimo X913-T

Innenleben: Der Platz für Erweiterungen ist beim Fujitsu Esprimo X913-T sehr begrenz beziehungsweise nicht vorhanden.
Innenleben: Der Platz für Erweiterungen ist beim Fujitsu Esprimo X913-T sehr begrenz beziehungsweise nicht vorhanden.

Der Esprimo X913-T von Fujitsu wird von einer Intel-Core i5-3470T -CPU mit einer Taktfrequenz von 2,9 GHz angetrieben. Das System hat Zugriff auf insgesamt 4 GByte DDR3-SDRAM in SO-DIMM-Ausführung. Den Hauptspeicher verteilt der Hersteller auf zwei 2 GByte große 1600-MHz-Module, die somit im Dual-Channel-Betrieb arbeiten, wodurch die Speicherbandbreite voll ausgeschöpft wird. Der maximale Speicherausbau beträgt 16 GByte.

Die Grafikausgabe übernimmt der integrierte Grafik-Core GMA HD 2500 des Core-i5-3470T-Prozessors; er sollte genügend 2-D- und 3-D-Grafik-Performance für Rechner im Business-Umfeld bieten, denn einen Standardsteckplatz für eine zusätzliche Grafikkarte besitzt der Esprimo nicht.

Für die Datenspeicherung setzt Fujitsu eine 2,5-Zoll-SATA-Festplatte vom Typ MQ01ABD050, 5400 RPM von Toshiba mit einer Kapazität von 500 GByte ein. Alternativ kann der Anwender andere Storage-Kapazitäten bei der Konfiguration wählen. Der Einsatz einer zweiten HDD ist aus Platzmangel nicht möglich. Die Montage beziehungsweise Demontage der Festplatte erfolgt sehr einfach mittels eines Drahtbügels, mit dem man die HDD aus der Befestigung herausziehen kann. Aus Platzgründen setzt Fujitsu kein optisches Laufwerk ein. Ein Trusted-Platform-Modul (TPM) für Verschlüsselungsaufgaben besitzt der Business-Rechner im Rahmen der vPro-Zertifizierung.

Kontakt bitte: Das System besitzt alle notwendigen Schnittstellen inklusive einer Kensington-Lock-Vorrichtung. Allerdings hat der Hersteller das Gerät statt mit einem Display-Port mit einem DVI-I-Port ausgestattet.
Kontakt bitte: Das System besitzt alle notwendigen Schnittstellen inklusive einer Kensington-Lock-Vorrichtung. Allerdings hat der Hersteller das Gerät statt mit einem Display-Port mit einem DVI-I-Port ausgestattet.

Die Anbindung der Peripherie erfolgt über je zwei USB-2.0- und 3.0-Schnittstellen hinten und zwei USB-3.0-Ports auf der linken Seite des Rechnergehäuses. Die im Business-Umfeld oft noch geforderte serielle Schnittstelle besitzt das System nicht. Darüber hinaus ist der All-in-One-PC mit einem Gigabit-Ethernet-Anschluss sowie einer DVI-I-Schnittstelle ausgestattet. Die Audioausgabe bewerkstelligt das System über zwei integrierte Lautsprecher nach dem High-Definition-Standard. Um das System gegen Diebstahl zu schützen, verfügt das Gerät über eine Kensington-Lock-Vorrichtung auf der rechten PC-Seite.

An der linken Gehäuseseite befinden sich neben den zwei USB-Schnittstellen Audioanschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon sowie ein 6-in-1-Speicherkarten-Slot. Ein zentraler Soft-Ein-/Aus-Schalter ist an der Gehäusefront des Rechners angebracht. Für Kontrollzwecke bietet das System eine weise LED-Anzeige für den Systemstatus. Signale für die Storage- und Netzwerkaktivität existieren an der Front leider nicht. Zusätzlich stehen dem Anwender zwei Taster für die Helligkeitsteuerung und Schalter für die Umschaltung der Videoeingänge. Weitere Features des Systems sind die integrierte Videokamera am oberen Bildschirmrahmen sowie das integrierte Mikrofon für Videokonferenzen.

Der Preis für den Fujitsu-Desktop beträgt zum Testzeitpunkt zirka 1225 Euro. Dieser beinhaltet neben den erwähnten Komponenten das vorinstallierte Betriebssystem Windows 8Pro 64 Bit und eine 3 Jahre Bring-In Service. Weitere Support-Leistungen können optional dazugebucht werden.

Handhabung und Lieferumfang

Der Esprimo X913-T mit den Abmessungen 533 x 450 x 224 mm (B x H x T) erreicht mit den integrierten Komponenten ein Gesamtgewicht von zirka 8,6 kg. Im Büroumfeld bietet eine Kensington-Lock-Öffnung Schutz vor Diebstahl des Systems. Im Vergleich zu den hinteren USB-Schnittstellen fallen die zwei USB-2.0-Ports an der Gehäuseseite positiv auf, weil sie leicht zu erreichen sind, wenn USB-Geräte an den PC angeschlossen werden sollen. Weitere Vereinfachungen sind der leicht zugängliche Soft-Ein-/Ausschalter sowie die drei Taster für Helligkeit und Video-Quellen-Umschaltung an der Front des Rechners.

Übersichtlich: Die Bedienung des Displays erfolgt über sieben Schalter. Eine Status-LED informiert den Anwender über den Betriebszustand.
Übersichtlich: Die Bedienung des Displays erfolgt über sieben Schalter. Eine Status-LED informiert den Anwender über den Betriebszustand.

Wer an die Innereien des Systems muss, kann den hinteren Gehäusedeckel öffnen. Das ist aber sehr umständlich und erfordert viel handwerkliches Geschick. Es müssen erst fünf Schrauben gelöst werden und der gesamte Gehäusedeckel aus dem Hauptrahmen geklipst werden. Auch den Deckel wieder ordnungsgemäß zu schließen ist nicht ganz einfach.

Als ausreichend bewerteten wir die Tatstatur in unserem Test. Sie ist nicht sonderlich ergonomisch, hat einen "matschigen" mit sehr schwachem taktilen Feedback. Wer die Eingabegeräte den ganzen Tag lang intensiv nutzt, sollte auf sie verzichten und auf ein entsprechendes ergonomisches Produkt setzen. Dagegen hinterlässt die mitgelieferte ergonomisch geformte Maus für den Rechtshänder einen guten Eindruck beim Benutzen. Sowohl Maus als auch Tastatur werden über einen kleinen Wireless-USB-Dongle gesteuert.

Das 23-Zoll-IPS-Display kann in unserem Test nicht ganz überzeugen. Im Datenblatt beziffert Fujitsu die Helligkeit des Displays mit 250 cd/qm, wir messen bei unserem Testgerät 240 cd/qm - das passt, für den Einsatz am Arbeitsplatz ist dies ohnehin schon zu hell. Im OSD findet sich bei der Helligkeitseinstellung eine Markierung bei 70 Prozent, die sich eher empfiehlt. Um die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung ist befriedigend bestellt, wir registrieren in einer Ecke eine maximale Abweichung von bis zu 16 Prozent. Ein Manko ist allerdings die stark spiegelnde Oberfläche: Sie stört beim Arbeiten enorm.

Auf unserem Testsystem ist Windows 8 in der 64-Bit-Version vorinstalliert. Wird Windows 7 Pro präferiert so kann der Anwender mittels der mitgelieferten DVDs auf Windows-7-Professional- 32 Bit oder 64 Bit wechseln. Auch das Recovery auf Windows 8 Pro ist per beigefügter DVD jederzeit möglich.

Zum weiteren Lieferumfang gehört ein Stromversorgungskabel. In Papierform legt der Hersteller dem System ein Quick Start Guide, die Sicherheitsregularien und die Garantiebestimmungen bei. Ein User-Manual oder weitere Softwaredatenträger werden nicht mitgeliefert. Informationen oder Daten rund um das System muss der Nutzer auf der Hersteller-Homepage suchen und dann bei Bedarf downloaden.

Zusätzlich kann der Anwender die installierten zeitbegrenzten Probierversionen von Microsoft Office 2010 und eine Internet-Security-Software nutzen. Auch die Nero Multimedia Suite 12 (Suite S) ist verfügbar. Leider lassen sich diese oft überflüssigen Beigaben nicht bei der Installation deaktivieren, sodass der Nutzer die Programme nach der Systeminstallation zeitraubend selber deinstallieren muss.

Performance, elektrische Leistungsaufnahme und Akustik

AIO: Der All-in-One-PC ist mit einem aktuellen Intel-Core-i5-Prozessor und 4 GByte Hauptspeicher ausgestattet. Damit erreicht das System in den Benchmarks eine entsprechend passable System-Performance.
AIO: Der All-in-One-PC ist mit einem aktuellen Intel-Core-i5-Prozessor und 4 GByte Hauptspeicher ausgestattet. Damit erreicht das System in den Benchmarks eine entsprechend passable System-Performance.

Die nötige Rechenleistung bezieht der Fujitsu Esprimo X913-T aus dem Intel-Core-i5-Prozessor 3470T. Dieser arbeitet mit einer Taktfrequenz von 2,9 GHz. Damit dürfte das System für jede Aufgabe gewappnet sein, und es sollten auch bei komplexeren Aufgaben keine Performance-Engpässe entstehen. Wir haben das System dem SPECpower_ssj2008-Benchmark unterzogen. Es erreichte 1646 Operationen pro Watt, was für diese Rechnerausstattung mit integriertem Monitor ein erfreulich hoher Wert ist. Darüber hinaus erreicht der Rechner unter SYSmark 2012 passable 131 Punkte.

Fujitsu stattet den Esprimo X913-T ab Werk mit einem integrierten lüfterlosen Netzteil aus. Laut Datenblatt liefert der 80-Plus-Gold-Stromspender eine Ausgangsleistung von zirka 100 Watt und arbeitet sehr Energieeffizient entsprechend dem 80Plus-Gild Standard. Unter Maximalbelastung des SPECpower-Benchmarks kommt das System auf eine Leistungsaufnahme von rund 58 Watt. Somit hat das Netzteil genügend Gangreserve für eventuelle Ausbaumöglichkeiten.

Im mittleren Lastbereich (50 Prozent) erreicht der ThinkCentre eine Leistungsaufnahme von 46 Watt. Dagegen begnügt sich das System im Leerlauf (Idle-Modus) mit nur 34 Watt. Noch sparsamer arbeitet der Rechner im Stand-by-Modus; hier reduziert sich die Leistungsaufnahme auf 1,2 Watt. Das absolute Minimum erreicht der Esprimo, wenn man ihn "herunterfährt" beziehungsweise "ausschaltet". Dabei konsumiert der Fujitsu-PC nahezu 0,2 Watt. Leider verfügt er nicht über einen Ein-/Aus-Schalter, der die Stromversorgung des Netzteils oder des Rechners unterbricht.

Gerade im Büroumfeld, für das der Esprimo entwickelt wurde, darf ein Business-PC akustisch nicht auffallen. Dauerhaft störende Lüftergeräusche sind also tabu. Wir haben die Geräuschentwicklung unter verschiedenen Lastbedingungen subjektiv nach Gehör eingeschätzt. Erfreulicherweise arbeitet das System sehr leise.

System-Tools

Anwenderfreundlich: Das Fujitsu-DeskUpdate unterstützt den Nutzer bei Aktualisierung des Systems.
Anwenderfreundlich: Das Fujitsu-DeskUpdate unterstützt den Nutzer bei Aktualisierung des Systems.

Fujitsu stattet seine Esprimo-Desktop-Rechner mit einer Vielzahl von Tools aus. Ein zentrales Werkzeug bildet das Fujitsu-DeskUpdate. Diese ist in der Lage per Internetverbindung die Fujitsu-Datenbank nach neueren Treibern, BIOS-Updates und systemspezifischen Softwarepaketen für das System zu durchsuchen. Der Anwender kann die gefundenen Pakete auswählen und von DeskUpdate installieren lassen.

Darüber hinaus liefert Fujitsu eine Software für den Anwesenheitsdetektor, den der Hersteller in der Web-Kamera integriert hat, mit. Mit Hilfe dieses Tools kann die Anwesenheit des Users festgestellt werden und der Rechner kann dann die vordefinierten Funktionen wie: Rechner in den Ruhezustand versetzen, oder Display ausschalten, ausführen.

Der Fujitsu-Rechner ist standradmäßig mit dem Gesichtserkennungs-Tool KeyLemon ausgestattet. Es verifiziert per Webcam den User und gewährt ihm mit dem Plug-in LemonLogin den Zugang zum System oder überwacht diesen per LemonLock. Nicht verifizierte Nutzer werden in Bildform als Eindringlinge erfasst.

Da das Tool KeyLemon mit dem Login eine sicherheitsrelevante Funktion übernimmt, haben wir es ausführlich auf Risiken getestet. In einem Sicherheitstest hat TecChannel das Programm mit einem einfachen und altbekannten Mittel (Foto des Nutzers) versucht zu überlisten. Fazit: Es gelang uns problemlos das System auszuhebeln. Dabei setzten wir nicht auf Papierfotos sogar auf das iPad. Mit der Bildaufnahmen des iPad konfrontierten wir KeyLemon - es erkannte das iPad-Bild des Zugangsberechtigten nicht als "Fälschung" und gab den Zugang zum System frei.

Die mitgelieferte KeyLemon-2.6.5-Version erlaubt sogar für die Zugangsberechtigung die Analyse von Augenzwinkern. Mithilfe dieser haben wir die Sicherheitsstufe erhöht (Erkennungsstufe: Hoch; erkennen von Augenzwinkern). Auch mit diesen Einstellungen gelang es uns das System zu täuschen. Wir haben eine Filmaufnahmen des PC-Nutzers mit dem iPad aufgenommen und diese KeyLemon vorgespielt. Nach etwas Mühe konnten wir KeyLemon mit dem Videofilm ebenfalls hintergehen, so dass die Software den Zugang zum Rechner frei gab.

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