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Fujitsu entwickelt auch nach 2010 Sparc-Prozessoren

28.02.2006
Fujitsu Ltd. ist zusammen mit Fujitsu-Siemens Computers der fünftgrößte Server-Hersteller der Welt. Für für die höherwertigen Unix-Machinen werden eigenentwickelte Sparc-Prozessoren eingesetzt. Das soll sich auch nach 2010 nicht ändern.

1993 übernahm Fujitsu den Newcomer Hal Computer, der Sparc-kompatible Prozessoren entwickelte und dafür auch eine Lizenz von Sun erworben hatte, die mit dem Kauf von Hal auf Fujitsu überging. Die Japaner entwickelten in der Folge unter anderem mit "Sparc64" eigene Chips, die zusammen mit Solaris die "Primepower"-Server-Familie begründeten. Mittlerweile hat sich Fujitsu im Verbund mit Fujitsu-Siemens zum fünfgrößten Server-Hersteller gemausert. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 60. 000 Primepower-Maschinen verkauft.

Im Juni 2004 vereinbarten Sun und Fujitsu, eine gemeinsame Sparc-Produktreihe zu entwickeln. Diese als "Advanced Product Line" (APL) bezeichnete Familie soll ab Mitte 2006 zur Verfügung stehen. Damals wurde vereinbart, dass sowohl Sun als auch Fujitsu-Siemens Einstiegs-Server auf Basis von Suns Prozessor "Sparc T1" anbieten werden. Der unter dem Codenamen "Niagara" entwickelte Baustein enthält in einem Gehäuse bis zu acht Sparc-Kerne, die jeweils vier Threads abarbeiten können. Und: Der Chip nimmt nur 70 Watt auf.

Für den mittleren und oberen Leistungsbereich sollen APL-Maschinen auf Basis von Fujitsus "Sparc64-VI"-Chip (Codename Olympus-C) auf den Markt kommen. Diese Chips sollen zwei Rechenkerne mit jeweils Multithreading-Funktionalität enthalten und im 90-Nanometer-Prozess gefertigt werden. Die Taktrate dürfte bei 2,4 Gigahertz und die Größe des Level-2-Cache-Speichers bei 6 MB liegen. Nach Aussagen von Richard McCormack, Senior Vice President of Marketing von Fujitsu Computer Systems in Nordamerika, wird der Olympus-C-Prozessor in die "Jupiter-Frames" eingebaut werden, die für die Aufnahme von Dual- und Quad-Core-Chips erweitert wurden. Zudem sollen direkte Verbindungen zwischen Prozessor und Memory sowie I/O-System bestehen. Die Jupiter-Server-Frames können zwischen vier und 64 Prozessoren aufnehmen. Derzeit skalieren die Primepower-Server zwischen zwei und 128 Prozessoren.

McCormick kündigte zudem an, dass die Sparc64-Architektur über das Jahr 2010 hinaus entwickelt werde. So soll der Herstellungsprozess auf eine Strukturbreite von 45 Nanometer gedrückt werden. Dann könnten Prozessoren mit vier Kernen - "Sparc64 VII" -eine höhere Taktrate erhalten oder Varianten mit mehr als vier Rechenkernen entwickelt werden. Allerdings hat Fujitsu bis noch keine Fabrik, die für ein 45-Nanometer-Design ausgelegt ist.

Ob Fujitsu Server mit Suns zukünftigen Highend-Chip "Rock" entwickeln will, ist unklar. Laut McCormick "müsse erst mehr Klarheit darüber bestehen, was Rock beeinhalten wird". Hinsichtlich der hauseigenen Sparc-64-Architektur sei die Marschrichtung klar. Das dürfte die Anwender von Primepower-Servern beruhigen, die derzeit den "Sparc64-V+"-Chip nutzen. Der Single-Core-Prozessor wurde kürzlich auf 2,16 Gigahertz hoch getaktet und hat damit die letzte Verbesserung erfahren. McCormick: "Wir haben derzeit kein kurzfristiges Auslaufen der bestehenden Primepower-Serie ins Auge gefasst. Primepower- und APL-Maschinen werden nebeneinander existieren." (kk)