Ein Duo übernimmt

Fujitsu-Chef Jürgen Walter verlässt das Unternehmen

20.03.2015
Nach nicht einmal zwei Jahren hat Jürgen Walter, Geschäftsführer von Fujitsu für die Region Zentraleuropa (Deutschland, Österreich, Schweiz) das Unternehmen Hals über Kopf verlassen.

"Jürgen Walter hat sich entschieden, neue berufliche Herausforderungen anzunehmen", teilt Fujitsu Deutschland in professioneller Knappheit mit. Der Manager, der im April 2013vom Chief Corporate Development Officer zum Geschäftsführer aufgestiegen war, hat seinen Schreibtisch bereits geräumt und war auch auf der CeBIT nicht als Fujitsu-Chef erreichbar. Ob er freiwillig ging oder entlassen wurde, ist nicht bekannt.

Fujitsu-Chef Jürgen Walter hat das Unternehmen verlassen.
Fujitsu-Chef Jürgen Walter hat das Unternehmen verlassen.
Foto: Fujitsu

Nun soll vorübergehend ein Duo die Führungsarbeit im Konzern übernehmen. Vertriebschef Rupert Lehner und Heiner Diefenbach, Vice President Services Central Europe, teilen sich die Aufgabe. Diefenbach, der zuvor Geschäftsführer der Fujitsu TDS GmbH war, hatte auf der CeBIT unter anderem angekündigt, Fujitsu wolle einen zweistelligen Millionenbetrag in Rechenzentrums- und Büroflächen in Neckarsulm und Neuenstadt am Kocher investieren. So wolle man der steigenden Nachfrage nach IT-Services "made in Germany" nachkommen. Bis zum Jahr 2018 sollen an den beiden Standorten 2660 Quadratmeter an Serverflächen sowie Büroflächen für 380 Mitarbeiter entstehen.

Walter geht, alle anderen bleiben

Rupert Lehner, Vice President Sales Deutschland, ist einer von zwei Interims-Geschäftsführern.
Rupert Lehner, Vice President Sales Deutschland, ist einer von zwei Interims-Geschäftsführern.
Foto:

Ob nun vorübergehend oder längerfristig: Mit Diefenbach rückt ein Manager in die Konzernspitze vor, der das Servicegeschäft versteht und die stärkere Ausrichtung des Konzerns auf die zukunftsträchtigen Cloud-Märkte unterstreicht. Außer dem Ausscheiden von Walter und der neuen Doppelspitze soll sich an der Führungsmannschaft von Fujitsu erst einmal nichts ändern. (Siehe auch: Fujtsu bringt sich für neue Märkte in Stellung).

Software Defined Infrastructure in Deutschland 2016

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Warum Walter das Unternehmen verlassen hat, ist noch unklar. Gegenüber der COMPUTERWOCHE hatte er im April 2013 ausführlich beschrieben, wie er den Konzern neu ordnen und die Ausrichtung auf Lösungen und IT-Services vorantreiben wollte. Im Interview antwortete Walter auf die Frage, wo Fujitsu in zwei Jahren stehen werde: "In Deutschland werden wir im Retail-Markt deutlich stärker wahrgenommen. Die Umsatzverteilung unsere Portfolio-Mixes wird sich zu den Serviceleistungen verschieben. Heute nehmen wir etwa ein Drittel des Umsatzes mit Services ein, das wird mehr werden, bei gleichzeitig absolutem Umsatzwachstum im Produktgeschäft. Auch in zwei Jahren werden wir noch in Deutschland zu fairen Bedingungen in hoher Qualität fertigen." Dass Walter selbst in zwei Jahren nicht mehr an Bord sein würde, hat der Manager damals nicht vorhergesagt.

Gemeinsam mit Lehner soll der ehemalige TDS-Chef Heiner Diefenbach den Konzern in Zentraleuropa führen.
Gemeinsam mit Lehner soll der ehemalige TDS-Chef Heiner Diefenbach den Konzern in Zentraleuropa führen.
Foto: TDS AG

Pressesprecher Michael Erhard sieht die Leistungsbilanz von Walter positiv. Fujitsu habe unter seiner Führung die Marktanteile im Bereich der Primergy-Server und der Storage-Systeme ausbauen und die Profitabilität in Zentraleuropa verbessern können. Das Servicegeschäft sei planmäßig konsolidiert worden und habe nun eine gute Ausgangsposition. (hv)