AppleCare for Enterprise

Für Unternehmenskunden muss Apple auch alte Produkte supporten

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Erste Details über den gemeinsamen Support der Unternehmenskunden von IBM und Apple sickern durch. IBM wird künftig wohl veraltete iOS-Endgeräte bevorraten und pflegen müssen, um dem Kundenbedarf gerecht zu werden.

Nachdem Big Blue unter dem Stichwort "IBM Mobile First for iOS" ein klares Bekenntnis zur mobilen Produktwelt von Apple abgegeben hat, fragen sich viele Anwender, wie diese Partnerschaft zum Leben erweckt werden soll. Hinweise gibt der neue AppleCare Plan für Unternehmen, in dessen Rahmen der IT-Riese aus Cupertino seinen Geschäftskunden unterstützt von IBM Support- und Serviceleistungen bieten will.

IBM wird künftig wohl veraltete iOS-Endgeräte bevorraten und pflegen müssen, um dem Kundenbedarf gerecht zu werden.
IBM wird künftig wohl veraltete iOS-Endgeräte bevorraten und pflegen müssen, um dem Kundenbedarf gerecht zu werden.
Foto: IBM/Apple

Die Allianz legt einem Bericht der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" zufolge fest, dass Apple einen Rund-um-die-Uhr-Support via Telefon und E-Mail anbietet. Dabei sollen IBM-Kunden bevorzugt behandelt werden: Die Antwortzeiten sollen für diese Klientel maximal eine Stunde betragen. Die Servicedetails sehen eine Vor-Ort-Reparatur oder den Austausch von iOS-Endgeräten voraussichtlich durch IBM-Mitarbeiter vor, außerdem einen gebührenpflichtigen Support beim Kunden und die Bereitstellung eines festen Ansprechpartners.

"IBM wird iOS-Geräte auf Lager haben müssen", meint der Analyst Patrick Moorhead von Moor Insights & Strategy. Er gehört zum Kreis der Insider, die von Apple und IBM frühzeitig informiert wurden. Dabei müsse IBM auch alte iOS- Geräte bevorraten - Devices, die vielleicht schon längst vom Markt genommen wurden.

In Unternehmen sind die Lebenszyklen für Endgeräte länger als bei Privatkonsumenten.Für Moorhead ist deshalb klar, dass Apple und IBM einen Langzeitsupport für Hardware und für iOS anbieten müssen. Das dürfte Apples bisheriger Praxis zuwider laufen, Nutzer älterer Endgeräte nach dem Rollout neuer Betriebssysteme allein zu lassen. Wenn beispielsweise iOS 8 in diesem Herbst herauskommt, dann werden nur iPhones ab Version 4s und iPads ab Version 2 unterstützt. Wer 2010 ein iPhone 4 oder das erste iPad kaufte, ist bereits aus dem Rennen.

Moorhead fragt sich, wie Apple diesen Langzeit-Support für ältere Gerätemodelle und Betriebssystemversionen bewerkstelligen will. Für Microsoft war diese Rückwärtskompatibilität immer eine große Bürde", so der Analyst. Apple bekomme nun genau die gleichen Probleme. Apple werde auch Supportpersonal für ältere Modelle und Systeme vorhalten müssen. Fragen zum iPhone 5 müssten auch 2016 und später beantwortet werden können, wenn Apple sich im Support längst mit ganz anderen Dingen beschäftigen werde. (hv)